Dielsdorf

Lehrer sieht sich nach Schulschluss Nackfotos an und wird entlassen

Ein Lehrer an einer Sekundarschule in Dielsdorf wird gestern entlassen, weil er sich nach Schulschluss auf dem Computer Nacktbilder angesehen hat. Die Schulpflege wollte ihm erst nicht kündigen, gab aber dem Druck der Eltern nach.

Der 47-jährige Sekundarlehrer an einer Schule in Dielsdorf dachte sich wohl nichts dabei, als er sich nach Schulschluss um fünf Uhr alleine wähnte und im Sex-Chat surfte. Blöd nur, dass er dabei von zwei Schülerinnen im Zimmer nebenan durchs Fenster beobachtet wurde. Die beiden mussten nachsitzen und machten sofort Fotos von ihrem Lehrer, wie er sich erotische Bilder ansieht, berichtet TeleZüri.

Der Lehrer P.F., ein Quereinsteiger, wird einige Tage später - der Vorfall ereignete sich Mitte Dezember - von der Schulpflege konfrontiert. Die Schülerinnen hatten Alarm geschlagen und der Schulpflege Fotos vorgelegt. Der 47-Jährige gibt daraufhin alles zu und bricht zusammen. Er wird krank gschrieben, sein Computer wird von IT Spezialisten untersucht.

Sonia Walker, die Mutter einer seiner Schülerinnen, erzählt, dass ihre Tochter total aufgewühlt und schockiert nach Hause kam. Sie erzählte ihrer Mutter, die ausserdem Präsidentin des Elternrates ist, alles. «Für uns Eltern war überhaupt nicht klar, was genau gelaufen ist», erzählt die wütende Mutter gegenüber TeleZüri. Ob der Lehrer nun krank geschrieben war, weil er Gruppe hatte oder wegen des Vorfalles, sei weder Eltern noch Schülern erklärt worden.

Lehrer wird entlassen, weil er sich Nacktfotos ansah.

Lehrer wird entlassen, weil er sich Nacktfotos ansah.

Eltern machten Druck

Die Schulpflege wollte ihn zuerst nicht entlassen. Aber auf Druck der besorgten Eltern, und weil der Lehrer gegen die Treuepflicht verstossen habe, hatte sie «keine Wahl». «Aufgrund des Prinzips, dass Schüler in jeglicher Beziehung geschützt werden sollen, ist man um den Entscheid letztendlich nicht rumgekommen», sagt Andreas Bantel, der Sprecher der Schulpflege Dielsdorf. Die Schulpflege redete jedoch nur von einem groben Fehlverhalten, weil keine harte Pornografie im Spiel war, sondern nur nackte Frauen.

Mutter Sonia Walker ist zufrieden mit dem Entscheid. Ihrer Meinung nach hat der Lehrer eine zweite Chance verdient, aber «nicht bei uns». Sie wollten nicht, dass er wiederkomme. Ob P.F. allerdings so bald wieder einen Job finden wird, ist unklar. (msu)

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