SVP Zürich

Eklat in Blochers Machtzentrale: Toni Bortoluzzi hat genug

Toni Bortoluzzi ist der Kragen geplatzt.

Toni Bortoluzzi ist der Kragen geplatzt.

Dem jahrzehntelangen Wegbegleiter von Christoph Blocher ist der Kragen geplatzt: SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi schrieb in einem Brief an Alfred Heer, den Präsidenten der Zürcher Kantonalpartei, er sei per sofort nur noch Passivmitglied der SVP.

SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi hat genug: Er wolle seinen Mitgliederbeitrag nicht mehr der SVP des Kantons Zürich überweisen, sondern seiner Ortssektion.

Damit bricht ein Konflikt offen aus, den man bislang unter dem Deckel hielt: Junge SVP-Akademiker wollen langjährige, bodenständige Schlachtrösser wie Bortoluzzi aus dem Amt jagen. Insider sprechen von einem eigentlichen Machtkampf. Die Parteispitze übe Druck aus auf alte SVP-Kämpen. Sie sollen neuen Köpfen weichen wie PR-Profi Gregor Rutz (39), dem Vizepräsidenten der Zürcher SVP, und Investor und Multimillionär Thomas Matter (46). Die beiden liegen auf den Rängen eins und drei der Ersatzliste für den Nationalrat.

Das Fass zum Überlaufen brachte bei Bortoluzzi die Abstimmung über Managed Care. «Wütend und sehr verärgert» sei er gewesen im Zusammenhang mit den Vorkommnissen bei dieser Vorlage, sagt er. Man habe ihn «ins Offside laufen lassen und dabei die sozialpolitischen Grundsätze der Partei missachtet». Bortoluzzi: «Ich empfand das als Affront.»

Doch Bortoluzzi will sich nicht aus dem Amt drängen lassen. Eigentlich, so sagt er, habe er in Bern nur ein oder zwei Jahre weitermachen wollen. «Das besprach ich mit meiner Frau.» Die Managed-Care-Attacke von Nationalrat Christoph Mörgeli und vom Zürcher Kantonsrat Gregor Rutz hätten ihn aber schwenken lassen: «Jetzt bleibe ich auf alle Fälle die ganzen vier Jahre. Und danach sehe ich weiter.»

Im Visier der SVP-Akademiker stehen auch die Nationalräte Max Binder und Hans Fehr, die wie Bortoluzzi Jahrgang 1947 haben. Aber auch Bruno Zuppiger (Jahrgang 1952), bei dem offen ist, ob die Zürcher Staatsanwaltschaft wegen einer Erb-Affäre Anklage erhebt oder nicht.

Max Binder spricht Klartext. «Man müsste blind und taub sein, um den Druck nicht zu realisieren», sagt er. «Wann ich zurücktrete, entscheide aber ich und niemand anderes. Und nicht jetzt.»

Toni Brunner sagt: «Als Präsident der SVP Schweiz hätte ich keine Freude, wenn die Zürcher SVP 2015 nur noch mit sieben Bisherigen antritt.» Bisherige seien eine Garantie für viele Stimmen. «Wegen des Erneuerungsprozesses muss niemand die Nerven verlieren.»

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