Fluglärm

21 Zürcher Gemeinden bilden Allianz für Lösung im Fluglärmstreit

Der Fluglärm-Staatsvertrag wird im nächsten Jahr im eidgenössischen Parlament behandelt (Symbolbild)

Der Fluglärm-Staatsvertrag wird im nächsten Jahr im eidgenössischen Parlament behandelt (Symbolbild)

21 vom Fluglärm stark betroffene Zürcher Gemeinden haben sich zu einer Allianz zusammengeschlossen. Sie wollen «eine faire Fluglärmverteilung ohne Pistenverlängerung» am Flughafen Zürich erreichen. Sie vertreten rund 130'000 Einwohner.

Zur Allianz gehören Bachenbülach, Bachs, Bassersdorf, Buchs, Bülach, Glattfelden, Hochfelden, Höri, Kloten, Kyburg, Niederhasli, Niederglatt, Lindau, Neerach, Nürensdorf, Oberglatt, Regensdorf, Rümlang, Stadel, Steinmaur und Winkel. Sie liegen im Westen, Norden und Osten des Flughafens.

Diese Gemeinden liegen innerhalb der so genannten Abgrenzungslinie (AGL). Dies ist ein neues raumplanerisches Instrument, welches im Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) und im Kantonalen Richtplan vorgesehen ist.

Die AGL hat zum Ziel, die zulässigen Lärmimmissionen langfristig festzulegen. Zu diesem Zweck umfasst die AGL die Gebiete mit Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte aller im SIL vorgesehenen Betriebsvarianten.

Betreffend Flugregime haben die AGL-Gemeinden unterschiedliche Bedürfnisse und Positionen. Trotzdem haben sie sich zu einer Allianz zusammengeschlossen, wie sie am Freitag mitteilten.

Brief an Bundesrat und Regierungsrat

Die Gemeinden haben sich mit einem gemeinsamen Schreiben an Bundesrätin Doris Leuthard und den Regierungsrat des Kantons Zürich gewandt. Sie fordern eine faire Fluglärmverteilung mittels Rotation. Es sei nicht hinnehmbar, dass aus politischen Gründen dem Südwestsektor um den Flughafen ein privilegierter Lärmstatus zugesprochen werde, heisst es weiter.

Ausserdem setzen sich die AGL-Gemeinden gegen eine Pistenverlängerung ein. Die notwendige Kapazitätserhöhung in den Spitzenzeiten könne durch betriebliche Optimierungen erreicht werden.

Wichtig sei auch, die hauptbetroffenen AGL-Gemeinden in die Arbeiten rund um die neuen Betriebskonzepte formell einzubinden. Es müsse der hauptbetroffenen Bevölkerung gebührend Gehör zugestanden werden und nicht nur den entfernter liegenden Regionen und Kantonen.

Süden spricht von Doppelmoral

Der Verein "Flugschneise Süd - Nein" wirft den AGL-Gemeinden "Doppelmoral" und eine "menschenverachtende Haltung" vor. Deren Motto sei offensichtlich "unsere Arbeitsplätze und unser Wohlstand" aber "euer (des Südens) Fluglärm", teilte der Verein mit.

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