Und nun ist sie schon wieder vorbei, meine erste Fussball-WM. Drei Wochen Russland, meist in Moskau, der riesigen Hauptstadt. Heute fliege ich zurück in die Heimat. Im Gepäck sehr viele Erinnerungen. Den Fussball zum Beispiel. Etwa das Schweizer Ausscheiden gegen Schweden, die russische Sensation gegen Spanien, wie der Titel doch nicht nach Hause ins englische Königreich kam, gestern schliesslich die Vergabe des Pokals im Stadion. In Erinnerung bleiben werden mir aber nicht in erster Linie die Spiele selber, sondern das Geschehen ausserhalb des Stadions.

Die Russen habe ich kennen und schätzen gelernt. Ich durfte spontan ein Wochenende in einem Sommerhaus auf dem Land verbringen, so richtig russisch mit Wodka und Sauna. Da war auch die WG nebenan, deren Bewohnerinnen mir vom ersten Tag an die Stadt gezeigt haben und immer da waren, wenn meine Kyrillischkenntnisse versagten. Doch auch die unzähligen Begegnungen mit Fans und Journalisten aus völlig anderen Welten bleiben.

Nichts für Ungeduldige

Die Stadt Moskau gefiel mir viel besser, als ich es mir vorgestellt habe. Sie ist zumindest im Stadtzentrum sehr schön (ausserhalb dafür umso hässlicher). Doch manchmal fühlte ich mich auch unwohl. Ich kam mir ganz klein vor zwischen all den hohen Gebäuden, den so breiten und vollgestopften Strassen und den vielen, vielen Menschen. Und überall braucht es ein bisschen mehr Geduld als in der kleinen Schweiz. Für mich als recht ungeduldigen Menschen (vor allem, wenn es viele Leute hat) war das darum nicht immer einfach.

Dennoch: Schlechte Erfahrungen habe ich in Russland nicht gemacht. Sofern man mal die Taxifahrer ausklammert. Wie man auf einer achtspurigen Strasse (in eine Richtung!) im Zick-Zack-Kurs zu Überholmanövern ansetzen kann, ist mir schleierhaft. Bleibt nur eines: Augen zu und hoffen, irgendwie wieder heil anzukommen. Ich werde sie gleichwohl etwas vermissen, die russische Welt.