Vielleicht hat das Übel in einem kleinen, wunderschönen Grotto am Luganersee angefangen. Es war der 1. Juni, die WM noch mehr als zwei Wochen entfernt. Die Schweizer Nationalspieler brachen auf zu einer Schifffahrt. Der Fussball-Verband wollte den Teamgeist schärfen. Und da sassen sie nun, die 23 Akteure, die Tischordnung gemahnte an ein Hufeisen. Ganz aussen sass Granit Xhaka – er hatte das Vergnügen, sich fast zwei Stunden lang die Wahrheiten von DJ Antoine anzuhören. Von jenem Musiker, der aus unerfindlichen Gründen den offiziellen Schweizer WM-Song produzieren durfte. Einen Song, dessen Inhalt die Fifa später zensieren musste.

In diesen Momenten im Grotto waren die Schweizer voller Hoffnung. Vielleicht würde eine geschichtsträchtige WM bevorstehen. Man schaute ins Gesicht von Xhaka, sah einen leeren Blick und dachte sich nichts dabei. Knapp einen Monat später ist die WM für die Schweiz vorbei. Und was bleibt? DoppelAdler. Achtelfinal-Frust. Ein Nationaltrainer, der sich versteckt. Ein Verband, der keine Doppelbürger mehr will. Sich eine Woche später wieder entschuldigt. «Olé, olé, olé», sang DJ Antoine, unpassender wäre schwierig.