Daniel Aebli, Chef des Stahlwerks Gerlafingen, das 0,6 Prozent des Schweizer Stroms verbraucht, sagt gegenüber der SonntagsZeitung, ein Nein zur Energiestrategie wäre ein Nachteil für sein Unternehmen. Diese stelle den maximal möglichen Kompromiss dar. «Mich stört darum, dass sich unser Hausverband Swissmem gegen die Energiestrategie einsetzt. Viele Industrieunternehmen sind technologieaffin. Sie verstehen nicht, dass Swissmem jetzt gegen die Energiestrategie antritt.»

Einer der grössten Stromverbraucher der Schweiz setzt sich ebenfalls für die Energiewende ein. Der Pharma- und Chemiezulieferer Lonza beschäftigt in Visp VS 2700 Personen und verbraucht rund 0,8 Prozent des Schweizer Stroms. Roger Holzer, Leiter Stromversorgung, sagt, die Energiestrategie 2050 sei zwar ein Kompromiss. «Sie ist insgesamt aber besser als das, was wir heute haben».

Gleicher Meinung ist der Industrieverband Solothurn und Umgebung, zu dem Firmen wie DePuy Synthes, Ypsomed oder der Fahrzeugbauer Carrosserie Hess gehören. «Wir halten die Chancen für viel grösser als die möglichen Probleme», sagt Präsident Josef Maushart, Chef des Industrieunternehmens Fraisa. Der Industrieverband Solothurn wird nun bei Swissmem vorsprechen. «Wir wollen dem Verband mitteilen, dass wir als Basisorganisation der Industrie das Referendum gegen die Energiestrategie nicht unterstützen», sagt Josef Maushart.