Sänger Anthony Kiedis brach sich den Fuss, Bassist Flea pinkelte auf die Bühne und verursachte einen Kurzschluss. Das Konzert musste unterbrochen werden.
Die «Chili Peppers» hatten also einiges gutzumachen, als sie gestern im ausverkauften Hallenstadion auftraten. Sie liessen sich aber nichts anmerken und legten los, wie wenn nichts gewesen wäre. Superpünktlich um 21.10 Uhr peitschten Bassist Flea und Schlagzeuger Chad Smith den Rhythmus voran. Aus einer orgiastischen Jam entwickelte sich «Monarchy Of Roses». Dann mündet ein fulminantes Schlagzeug-Intro in «Dani California». Ein furioser, wilder und vielversprechender Auftakt.
Schräge Einwürfe
Gespannt waren die 12 500 Fans im ausverkauften Hallenstadion vor allem auf den neuen Gitarristen Josh Klinghoffer. Noch auf dem Album klang er recht ähnlich wie sein Vorgänger John Frusciante und spielte mit einem trockenen Ton. Live präsentierte sich aber viel mutiger und eigenständiger. Wie Frusciante dehnt Klinghoffer die Töne bis zum Geht-Nicht-Mehr, er interpretiert die Songs aber viel rockiger. Immer wieder lässt er seine Klampfe mächtig krachen. Er ist aber auch experimentierfreudiger. Umwerfend die schrägen Einwürfe, giftigen Splitter, ächzenden und knarrenden Noise-Elemente sowie die Krach-Wände.
Red Hot Chili Peppers haben sich mit Josh Klinghoffer nicht neu erfunden. Die Rhythmusgruppe spielt wuchtig und virtuos wie eh und je. Der etwas dünne, rhythmusbetonte Gesang von Anthony Kiedis ist prägend. Aber der junge Neue scheint eine inspirierende Wirkung auf die altermden Rockstars zu haben. Red Hot Chili Peppers haben sich in Zürich rehabilitiert.