Keine Schnapsidee
Aktualisiert am 17.02.12, um 10:40
 

Schauspieler Aykroyd signiert zur Geisterstunde Wodka-Flaschen

Schauspieler Dan Aykroyd brennt jetzt auch Schnäpse
Quelle: Keystone
Er hat eine Vergangenheit als «Blues Brother», als «Ghostbuster», und möglicherweise eine Zukunft als Schnapsbrenner: Hollywood-Komödiant Dan Aykroyd (59) lanciert in Zürich seinen Wodka.
 

Der Tag fing mit einem gepflegten Essen in der "Kronenhalle" an und endete mit Totenschädeln im "Indochine". Irgendwann dreht sich bei Dan Aykroyd alles ums Übernatürliche.

Nicht nur im Film ist er ein "Geisterjäger", auch privat spürt er gern Gespenstern nach, ist bekennender UFO-Beobachter und freute sich auch über Geschichten von Schweizer Spukhäusern.

Ein so altes Land, sagt der Hollywood-Komiker schmunzelnd zur Nachrichtenagentur sda, müsse ja ein paar Skelette im Keller haben. Auf die Übernachtung im jahrhundertealten Hotel Widder freute er sich, in der Hoffnung auf Erscheinungen des Paranormalen.

Geister und geistige Getränke

Doch Aykroyd hört nicht nur gern das Rasseln von Ketten auf dem Dachboden, er hört auch gern das Klingeln der Kasse. Als Unternehmer hat er nun dem "Crystal-Head-Wodka" Leben eingehaucht, einem kanadischen Edel-Schnaps, der aus der Totenkopf-Flasche eingegossen wird.

Sie ist jenen Kristallschädeln nachempfunden, denen die Azteken geheime Kräfte zuschrieben. Produzieren lässt Geschäftsmann Aykroyd die Glasköpfe von Bruni Glass in Mailand, wo die Komplexität der Glasstruktur für 60 Prozent Ausfall in der Herstellung sorgt, und somit im wahrsten Sinne für Kopfzerbrechen.

Der Kino-Komiker ist heute als Gastronom umtriebiger denn als Darsteller auf der Leinwand, er betreibt mehrere Restaurants und die Kette "House of Blues". So fühlte er sich Donnerstagnacht denn auch im Zürcher Club "Indochine" sichtlich wohl und signierte zur Geisterstunde mit Ausdauer seine Wodka-Flaschen.

"Ghostbusters III"

Wenn nur alles im Leben von Dan Aykroyd so gut liefe wie sein Wodka. Seit Jahren versucht er, die "Ghostbusters" ins Leben zurückzurufen und seinen grössten Hit zu wiederholen. Der Film um übernatürliche Vorgänge in New York, zu dem er auch das Drehbuch schrieb, geriet 1986 zur kommerziell erfolgreichsten Komödie aller Zeiten.

Diese zieht einen weltweiten Kult nach sich; in New York führen Besichtigungen die Touristen zum Drehort, einer Feuerwehrstation, wo die "Geisterjäger" ihr Handwerk betrieben. Aykroyd würde sich wünschen, bald wieder dort zu filmen, doch in Zürich scheint die Hoffnung nun auf dem Nullpunkt angekommen.

Drehstart in weiter Ferne

Auch auf seiner Wodka-Verkaufstournee bleibt er über den Stand des Filmprojekts informiert, und nun scheint der Drehstart in weite Ferne gerückt: "Wir hätten ihn gern in 3D gedreht. Falls er je zustandekommt." Das "falls" müsse er leider betonen. Er hätte den Film gern noch vor seinem 60. Geburtstag dieses Jahr in den Kasten bekommen.

Mit Altersweisheiten will der Hobby-Spiritualist und nunmehr professionelle Spirituosen-Händler nicht hausieren: "Wer ein Problem hat, sollte sein Geld nicht für einen Therapeuten hinauswerfen, sondern sich einfach eine Harley Davidson kaufen." Und Tipps gegen einen Wodka-Kater hat er auch nicht parat: Sein Crystal-Head-Wodka verursache schliesslich keinen Katzenjammer.

(sda)
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