Kunst
Aktualisiert am 15.11.10, um 06:23
 

Rätsel um Albert: Ist es der Schweitzer oder doch der Einstein?

Welcher Albert ist es denn?
Ein Gemälde, das an einem Antik-Markt präsentiert wurde, lässt Betrachter ratlos zurück. Unklar ist, ob das Bild Albert Einstein oder Albert Schweitzer zeigt.
 

Brunegg Ein gut armgrosses, bunt gemaltes Porträt löste am ersten Brunegger Antik-Markt in der Vianco-Halle spontan ein vielfältiges Rätseln aus. Wer ist der Gemalte? Handschriftlich signiert ist das jetzt in Birr bei einem privaten Sammler hängende Gemälde mit «H. Zoltinger 1950». Wer aber der vor sechzig Jahren von Zoltinger gemalte Schnauzbärtige ist, dies ist überhaupt nicht klar.

Zwei Albert? Aber welcher?

Einer der in Brunegg ratenden Besucher identifizierte das gemalte Bild spontan als Porträt von Albert Einstein (1879–1955). Der in Ulm geborene, später auch wegen seiner quantentheoretischen Arbeit vielfach ausgezeichnet Physiker war eine Zeit lang auch Schüler der Aarauer Kantonsschule. Andere tippten, der Gemalte sei ein anderer Albert, nämlich der Theologe, Arzt und Bach-Musiker Albert Schweitzer (1875–1965). Beide Schnauzbärtigen lebten zur gleichen Zeit und sie sahen sich auch täuschend ähnlich. Schweitzer hatte nur etwas stärker krauses Haar und einen etwas kräftigeren Schnauz. Der im Elsass geborene ist auch wegen seines 1913 im afrikanischen Lambarene gegründeten «Urwald-Spitals» weltbekannt.

Gefunden bei einer Hausräumung

Schweitzer oder Einstein? Wer von ihnen ist der auf dem in Brunegg verkauften Bild Gemalte? Sicher scheint: Der Zürcher Porträtmaler Zoltinger und Schweitzer kannten sich. Sicher ist auch: Das in Brunegg für bloss 50 Franken offerierte Gemälde ist heute mehr als nur ein gutes Sammlerstück. Er habe es in Horgen bei einer Hausräumung gefunden, erinnert er sich der Zürcher Brocante-Händler.

Unbestritten ist: Es ist ein dekoratives Porträt. Falsch an dem vor sechzig Jahren gemalten Bild sei nur sein jetziges «strahlendes Glänzen», bedauert sein neuer Besitzer. Martin Büttikofer vermutet, das Porträt sei später einmal mit Lack überpinselt worden. Vielleicht um das Gemalte besser zu konservieren. Dieses spiegelnde Glänzen müsse wieder weg. Egal, ob es ein Porträt von Albert Schweitzer sei, wie er persönlich glaube, oder doch eines von Albert Einstein. (hf)

(az Aargauer Zeitung)
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