Solothurner Literaturtage
Aktualisiert am 05.06.11, um 16:48
 

Besucherrekord an den Solothurner Literaturtagen

Besucher der Literaturtage in Solothurn
Quelle: Keystone
Die 33. Solothurner Literaturtage sind heute mit einem deutlichen Besucherrekord zu Ende gegangen. 12'500 Interessierte - 1500 mehr als im Rekordjahr 2010 - besuchten während drei Tagen die etwa 100 Veranstaltungen.
 

Besonders die französischsprachigen Lesungen seien heuer deutlich besser besucht gewesen als in früheren Jahren, sagte Geschäftsführerin Veronika Jaeggi der Nachrichtenagentur SDA. Von den etwa achtzig Autoren, die dieses Jahr in Solothurn lasen, stammten vierzig aus der Deutschschweiz, acht aus der Romandie und je zwei waren Rätoromanen und Tessiner. Die übrigen reisten aus zehn weiteren Ländern an.

Zum Ausklang der Literaturtage lockte am Sonntag die Mundart: Eine Doppellesung mit dem Solothurner Ernst Burren und dem Langenthaler Pedro Lenz sowie eine Hommage an den Berner Mundartpionier Ernst Eggimann sorgten für einen brechend vollen Landhaussaal.

Fundus Familie

Am Abend zuvor hatte der Oltener Alex Capus nicht minder viel Zulauf. Er sorgte für den bei Lesungen oft vermissten Mehrwert und garnierte Auszüge aus seinem Roman "Leon und Luise" mit launigen Geschichten, darunter derjenigen seiner eigenen Zeugung.

Capus passte gut ins Festivalthema "Fakt & Fiktion": Für die Gestaltung seiner Romanfigur Leon bediente er sich im Fundus der eigenen Familiengeschichte - bei der Biografie seines Grossvaters.

Zoë Jennys Sprachwechsel

Auch Zoë Jenny verankerte ihr neues Werk im Konkreten - der Finanzkrise, den Londoner Bombenanschlägen und dem eigenen, lange unerfüllt gebliebenen Kinderwunsch. "The Sky is Changing" hat die gefeierte Autorin von "Das Blütenstaubzimmer" (1997) in Englisch geschrieben, der Sprache ihrer neuen Heimat Grossbritannien.

Hochdeutsch sei für sie als Baslerin ebensowenig Muttersprache wie Englisch, erklärte die 37-Jährige am Sonntag in Solothurn, aber Englisch eigne sich besser zum Erzählen als Deutsch. Mit Regi Claire aus Schottland las neben Zoë Jenny eine weitere Deutschschweizerin, die englische Literatur verfasst.

(sda)
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