Seit Monaten trainiert Heinz Frei am Montag im Tissot Velodrome jeweils drei Stunden für den grossen Moment. Sein Ziel: Möglichst viele Runden auf dieser Rennbahn zu absolvieren, und eine erste Referenzzeit für die Stundenbestleistung im Bahn-Handbike aufzustellen.

Für den 59-jährigen Athleten, der als Zwanzigjähriger bei einem Berglauf verunfallt war und seither im Rollstuhl sitzt, ist dies nicht der erste Versuch einer Bestleistung. Bereits heute ist er dreifacher Weltrekordhalter. «Ich habe schon immer die Herausforderung gesucht», wird Heinz Frei in einer Mitteilung des Tissot Velodrome zitiert. Seitdem er das Bahnfahren mit dem Handbike entdeckt habe, möchte er ein wenig provozieren. «Wer weiss, vielleicht ebnet meine Bestleistung einer neuen Disziplin den Weg! Auch in meinem Alter bin ich noch topfit und will den Leuten zeigen, dass das möglich ist», so Frei. «Mein Traum ist eine Stundenbestleistung von über 40 km/h. Das wäre einfach auszurechnen: Ich müsste pro Viertelstunde zehn Kilometer fahren.»

Für diese Premiere musste Swiss Cycling eigens ein spezielles Reglement erarbeiten. «Wir hoffen, dass der Weltradsportverband diese Bestleistung anerkennen wird. Im Moment geht es aber lediglich um eine Schweizer Referenzzeit», erklärt Sportchef Thomas Peter.

Kilian Oertli, Mechaniker beim Schweizer Radsportverband, hat monatelang am Prototypen getüftelt, der Heinz Frei zu dieser Bestleistung verhelfen soll. «Bahnräder haben keine Bremsen und starre Naben. Daher mussten wir das Handbike von Heinz Frei umrüsten und Teile entwickeln, die auf dem Markt nicht erhältlich sind. Ausserdem haben wir in Zusammenarbeit mit DT Swiss ein spezielles Rad konstruiert.» Dieses Bike wurde erst Anfang März fertig gestellt.

Die Stundenbestleistung ist Teil des letzten Rennabends, der das Tissot Velodrome diese Saison organisiert. Am selben Abend werden nebst der Rekordfahrt von Heinz Frei auch noch die Schweizermeisterschaften der Frauen im Omnium, Rennen des Kids Cup sowie ein Militärrennen ausgetragen. (mgt)