FC Bayern München
Aktualisiert am 23.02.12, um 11:13 von Michael Schenk
 

Hitzfeld: «Bei den Bayern scheint einiges nicht zu stimmen»

Für Bayerns vierfachen Meistertrainer Ottmar Hitzfeld herrscht bei den Bayern eher Alarmstufe rot als gelb
Quelle: Keystone
Der FC Basel hat nicht nur das Spiel gewonnen, er hat den Gegner auch in eine veritable Krise gestürzt. Damit haben sich die Basler gewissermassen einen «Bonuspunkt» im Kampf um die Viertelfinal-Qualifikation gesichert. von Michael Schenk
 

Wie Franck Ribéry bei seiner Auswechslung (71. Minute) Coach Heynckes den Handschlag verweigert und an ihm vorbeistinkstiefelte war das eine. Wie Bayern-Präsident Ulli Hoeness später auf diese Szene angesprochen reagiert hat, das andere: «Hört auf mit eurem Scheiss. Wenn ich auf mich und auf das Spiel sauer bin, dann gebe ich halt mal keinen Handschlag. Das ist doch scheissegal. Sind wir denn hier im Mädchen-Pensionat?»

Uli Hoeness flippt aus
Quelle: youtube.com

«Das hat mich gewundert»

In Tat und Wahrheit wird Hoeness alles andere als «amused» gewesen sein über die Reaktion des Franzosen - ganz im Gegenteil. Ribéry hat aller Welt gezeigt: Da kracht's gewaltig im bayrischen Gebälk. Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld (63), seines Zeichens vierfacher Meistertrainer mit den Bayern (1999, 2000, 2001, 2003) und Championsleague-Gewinner (2001), kommentierte diese Szene so: «Das hat mich gewundert. Da scheint einiges nicht zu stimmen. Es ist für einen Trainer immer ein Problem, wenn ein Führungsspieler sich nicht so vorbildlich verhält, wie er soll.» Die Mannschaft falle auseinander, so der Lörracher weiter. Wenn die Klubbosse verstärkt das Wort bei den Bayern ergreifen würden, findet Hitzfeld, dann sei das «ein Zeichen der Krise.»

Schweinsteiger fehlt gewaltig

Weiter stellte er ernüchtert fest: «Schweinsteiger fehlt den Bayern an allen Ecken und Enden, das sieht man immer dann, wenn er nicht spielt. Er ist das Gehirn der Mannschaft. Das kann man nicht adäquat ersetzen.» Bayern, sagt Hitzfeld, sei eben ein sensibles Gebilde. So sensibel, dass nun gewaltig gezittert wird ums Weiterkommen. Hitzfeld: «Vielleicht auch, weil die Mannschaft ja wirklich zu sehr an das Finale am 19. Mai in München denkt. Aber das wäre fatal.»

 

(az)
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