Wer als Schweizer Skifan an diesem Wochenende in Adelboden den Besten zuschaute, schwankte zwischen Bewunderung und Wehmut. Meisterhaft, was Alexis Pinturault und Marcel Hirscher am Samstag im Riesenslalom und Henrik Kristoffersen am Sonntag im Slalom zeigten. Das war Skisport auf allerhöchstem Niveau. Teils nahe an der Perfektion und dies auf einer der schwierigsten Pisten im Weltcup.

Und die Schweizer? Hier kommt Wehmut auf. 2008 stand in Adelboden letztmals ein Einheimischer auf dem Podest. Ausgerechnet beim Heimrennen im Berner Oberland zeigt sich der Rückstand auf die internationale Konkurrenz in den technischen Disziplinen noch schonungsloser als sonst.

Das gilt besonders für den Riesenslalom, wo es am Samstag eine historische Schlappe für Swiss Ski absetzte. Hier besteht dringender Aufholbedarf. Zwar ist das Publikum in Adelboden treu und es sind erneut 40 000 Zuschauer am Wochenende ans Chuenisbärgli gekommen. Doch die Fans hätten es verdient, mal wieder einen Schweizer zu bejubeln.

Etwas besser sieht es im Slalom aus. Zwar verpasste Daniel Yule als Achter das Podest relativ deutlich. Doch in diesem Team steckt Potenzial. Anders als im Riesenslalom ist es Swiss Ski gelungen, die Slalom-Talente immer näher an die Weltspitze zu führen. Irgendwann wird das auch belohnt werden.

Nun geht es weiter nach Wengen. Am Lauberhorn gelangen in Abfahrt und Kombi seit 2008 18 Schweizer Podestplätze. Welch ein Kontrast! In Adelboden hingegen schaute man auch in diesem Jahr wehmütig auf andere.