Peter Zeidler redet gar nicht erst um den heissen Brei herum. «Der beste Spieler auf dem Platz hat das Spiel entschieden», sagte der deutsche Trainer des FC Sion. Selbst das miserable Terrain, das mit seiner Holprigkeit eines Super-Liga-Klubs unwürdig ist, hatte Michael Lang nicht daran gehindert, aus 15 Metern mit einem «Hammer» ein Traumtor zu schiessen. «Ich hatte Glück, dass der Ball beim Rückpass von Traoré schön im Rhythmus − tac, tac, tac − aufgesprungen ist und ich den Ball dann perfekt traf», sagte der rechte Basler Aussenverteidiger.

Schon sieben Tore und ebensoviele Assists stehen inzwischen auf dem Pflichtspielkonto des Ostschweizers; zu einem Zeitpunkt, wo die Saison noch lange nicht zu Ende ist. «Michael hat einen sehr guten Lauf», sagt Trainer Urs Fischer, «doch man muss schon auch sehen, was für einen enormen Aufwand er betreibt. Aber er kann sich sicher noch weiter verbessern.»

Mag sein, aber der beste Flankengeber in der Super League ist er ohne Zweifel schon jetzt. Gestern hätte er mit einer Bogenlampe sogar fast ein zweites Tor erzielt, doch der Ball prallte an die Latte. Dass dieser Modellathlet mit der guten Technik in der Nationalmannschaft, wo ihm Captain Stephan Lichtsteiner vor der Sonne steht, nicht zum Zuge kommt, zeigt nur, wie stark die Schweiz auf dieser Position besetzt ist.

Zumal mit Silvan Widmer von Udinese noch ein zweiter Stammspieler aus der Serie A um seine Chance kämpft. Möglicherweise spielen sogar schon ab Sommer alle drei Rechtsverteidiger aus dem Nati-Kader in Italien. Oder zumindest im Ausland. So stark, wie Lang in dieser Saison auftrumpft, würde es erstaunen, wenn ihn nicht viele Klubs aus den besten europäischen Ligen im Visier hätten.

Die Bilder zum Spiel:

Der Siegtorschütze stufte seinen Treffer im Tourbillon im persönlichen Ranking auf gleicher Höhe ein wie seine bisherige Nummer 1. «Vor drei Jahren habe ich gegen Luzern den Ball mit der Brust angenommen und mit dem rechten Fuss in die hohe Ecke geschlagen», sagte Lang.

«Mit dem linken Fuss ist mir allerdings noch nie ein solcher Treffer wie nun gegen Sion gelungen.» Würde der 26-Jährige nicht vor Selbstvertrauen strotzen, er hätte es bei diesen Platzbedingungen wohl kaum gewagt, derart entschlossen auf die Kugel zu dreschen. «Das Tor ist zu einem guten Zeitpunkt gefallen», sagte Lang, aber dennoch mussten wir immer aufmerksam sein, dass Sion mit seinen langen Bällen nicht gefährlich wird. Das haben wir getan und uns mit einer guten kämpferischen Leistung die drei Punkte verdient.»