Wer Meister werden will, muss den FC Basel schlagen. Die Mannschaft von Trainer Heiko Vogel startet am Sonntag gegen den FC Sion. Überraschend ist, dass der Leader keinen einzigen Transfer verbuchte. Ein breites Kader und Philipp Degen als Zuzug während der Vorrunde müssen reichen, um die Abgänge der jungen Talente Sandro Wieser, Fwayo Tembo und Pascal Schürpf zu kompensieren. Des Weiteren haben die Basler Taulant Xhaka, den Bruder von U17-Weltmeister Granit Xhaka, an GC ausgeliehen. Trotzdem ist und bleibt der Titelverteidiger der Favorit.
Der erste Verfolger des FC Basel sind die Luzerner, die mit sieben Punkten Rückstand auf die Spitze gegen den FC Zürich in die Rückrunde starten. Das Team von Trainer Murat Yakin hat mit Moshe Ohayon bereits einen Nachfolger für Spielmacher Hakan Yakin verpflichtet. Zudem stossen Gezim Shalaj von Kriens und Dario Leczano von Thun zu den Innerschweizern. Der langzeitverletzte Stürmer Cristian Ianu, der sich unter Yakin nicht mehr durchsetzen konnte, verlässt den Verein, genau wie Verteidiger Daniel Fanger.
Titelchancen rechnen sich auch die Berner Young Boys aus, obwohl das Team von Christian Gross mit elf Punkten Rückstand startet. Die Führung von YB war sehr aktiv auf dem Transfermarkt und hat fünf neue Spieler verpflichtet. Neben Verteidiger Alexander González und Stürmer Josef Martinez stossen die Mittelfeldspieler Josh Simpson und Matias Vitkieviez zu den Bernern. Erfreulich ist auch der Kauf von Raul Bobadilla, der YB nach vorne schiessen soll. Dafür verlassen die Nationalspieler François Affolter, Emiliano Dudar, Marco Schneuwly, Hassan Lingani und Issam Mardassi den Verein.
Der Kampf im Mittelfeld
Servette hat die Vorrunde mit 24 Punkten auf dem überraschenden vierten Rang beendet. Die Genfer starten auswärts gegen YB. Viele Veränderungen im Kader gibt es nicht zu vermelden, denn die erfolgreichen Aufsteiger setzen auf Konstanz. Mobulu M'Futi muss den Verein verlassen, dazu wechselt Matias Vitkieviez zu Ligakonkurrent YB. Als einzigen Zuzug verbucht Servette Stürmer Thierry Moutinho.
Obwohl der FC Thun einen eher dünnen Kader besitzt, sind die Berner Oberländer frei von Abstiegssorgen. Die Mannschaft von Trainer Bernard Challandes startet zuversichtlich gegen GC. Die Thuner konnten neben Stürmer Fabiano Vieira Soares, auch Marco Schneuwly verpflichten, der nun mit seinem Bruder Christian auf Torjagd gehen soll. Der Rücktritt von Mauro Lustrinelli ist ein harter Schlag, doch bleibt der erfahrene Goalgetter dem Verein treu und amtet neu als Assistenztrainer. Zusätzlich verlässt Ifet Taljevic den Verein, Sekou Junior Sanogo wechselt leihweise zu Lausanne und Dario Leczano geht zu Luzern.
Zürcher Vereine ohne Chance auf Titel
Enttäuschend verlief die Saison für den FC Zürich. Das Team von Trainer Urs Fischer liegt mit 21 Punkten auf Platz sechs. Klar, dass es frischen Wind braucht. Doch stellt sich nun die Frage, ob die Zürcher noch genug Spieler haben. Klingende Namen wie Admir Mehmedi und Ricardo Rodriguez wechseln ins Ausland. Ebenso verlassen Leistungsträger wie Xavier Margairaz, Alexandre Alphonse und Dusan Djuric den Verein. Zu den Zürchern stossen Wunschkandidat und Hoffnungsträger Rafael Ramazotti, Asmir Kajevic und Pedro Henrique. Dazu kommt Stefan Glarner von Sion und der verletzte Loris Benito vom FC Aarau. Es hat sich einiges getan in der Transferpolitik des FCZ. Interessant wird, wie schnell sich die vielen Neulinge anpassen und wie gut der FCZ die Saison noch retten kann.
Zwei Punkte hinter dem FCZ liegt das zweite Zürcher Team. Die Grashoppers starten jedoch ohne Innenverteidiger Guillermo Vallori und Mittelfeldspieler Remo Freuler in die Rückrunde, dafür stossen Sehar Fejzulahi und Taulant Xhaka zu den Zürchern. Zu reden gab vor allem die Verpflichtung von Johann Vogel. Mit dem 34-jährigen Super League- Rückkehrer erhofft sich GC, wieder auf die Erfolgsspur zu kommen. Fraglich ist, ob der Fussball-Rentner noch genug fit ist für den Spitzensport und ob ein Spieler reicht, um endlich wieder an die Spitze zu kommen.
Dank Xamax bleibt nur noch die Barrage
Am Ende der Vorrunde noch auf dem Abstiegsplatz, profitierten die Lausanner vom Konkurs von Xamax und dem Punktabzug gegen Sion. Dennoch könnte es für die Romands einen harten Kampf um Platz acht geben. Sie haben zwar 16 Punkte Vorsprung auf Sion, doch haben die Sittener in der Vorrunde 20 Punkte mehr geholt als Lausanne. Zusätzlich mussten sie mit Nicolas Marin einen wichtigen Akteur abgeben. Um das Abrutschen auf den Barrage-Platz zu vermeiden, stossen Nestor Suseta und leihweise Sekou Junior Sanogo zum FC Lausanne-Sport.
Keine Überraschungen liefert der FC Sion. Präsident Christian Constantin verpflichtet und entlässt noch mehr Spieler wie der FC Zürich, um nach dem 36-Punkte-Abzug den letzten Platz an Lausanne abgeben zu können. Giovanni Sio, Stefan Glarner, Billy Ketkeophomphone und Fabrizio Zambrella wechseln. Pascal Feindouno, Gabri und Ogararu müssen den Verein verlassen. Die sieben Abgänge werden gleich durch acht Zuzüge kompensiert. Cristian Ianu, Xavier Margairaz, Milos Bakrac, Danilo, Aislan, sowie die Xamax-Spieler Vullnet Basha, Sébastien Wüthrich und Geoffrey Tréand wechseln zum FC Sion.
Der Transfermarkt hat noch bis zum 15. Februar geöffnet. Es wäre also gut möglich, dass in den letzten Momenten der Transferperiode noch ein spektakulärer Transfer zustande kommt.