Rang 3 nach der Qualifikation, Rang 4 nach der Masterrunde, Heimrecht in den Playoff-Viertelfinals gegen Lyss. Der Weg in die Halbfinals schien für den Erstligisten EHC Aarau geebnet. Oder zumindest so machbar wie lange nicht mehr. In den zurückliegenden Saisons bedeuteten die Viertelfinals stets Endstation. Dass die Enttäuschung nach dem frühen und klaren Aus gegen Lyss nun gross ist, ist verständlich. Aber auch ein gutes Zeichen.
Eine zu klare Sache
Die Enttäuschung zeigt die gesteigerte Erwartungshaltung in Aarau. Trainer Patric With ist es gelungen, einen ernst zu nehmenden Halbfinal-Kandidaten zu formen. With setzt auf ein ausgeglichenes Team mit grossem Kämpferherz. Was dem EHC Aarau aber fehlt, ist der eine oder andere herausragende Einzelspieler. Gerade in den Playoffs machen solche Spieler oft den Unterschied aus.
So ging gestern Abend die Viertelfinal-Serie gegen Lyss 0:3 verloren. 2:7, 2:6 und 2:3 lauteten die Resultate der drei Spiele. Eine zu klare Sache, besonders wenn man bedenkt, dass der EHC Aarau zwei Heimspiele bestreiten konnte. Es schien mehr möglich. Doch der Gegner bewies zum richtigen Zeitpunkt seine Form, spielte abgeklärt und routiniert. Die bedauernswerten Aarauer können ihre Playoff-Bärte nun abrasieren.
Umstrittener Siegtreffer
Das dritte Spiel der Best-of-5-Serie gegen Lyss war geprägt von einer disziplinierten Startphase. Die erste Unkonzentriertheit Aaraus wurde umgehend bestraft: Einen unnötigen Scheibenverlust Wegmüllers nutzte Lyss in der 14. Minute zur Führung. Und es kam gleich knüppeldick für die Gastgeber. Nur 28 Sekunden später erhöhte Lyss auf 2:0. Nach dem Doppelschlag nahm Trainer With ein Time-out. Und rund zwei Minuten später erzielte Kissling in Überzahl den so wichtigen Anschlusstreffer für Aarau.
Die Hoffnung kehrte zurück, erlebte nach fünf gespielten Minuten im Mittelabschnitt aber einen herben Dämpfer. Aaraus Torhüter Mathis schien die Scheibe zu kontrollieren, doch die Schiedsrichter liessen weiter laufen und die Lysser stocherten sich zum umstrittenen 3:2. Erneut glückte Aarau wenig später der Anschlusstreffer.
Ausgleich lag in der Luft
Boner gelang in der 28. Minute in Überzahl das schön herausgespielte 2:3. Aarau kämpfte sich nun in die Partie, kam immer besser in Fahrt und biss sich fest. Dagegen verbrachten die Lyss-Spieler zunehmend Zeit auf der Strafbank. Der Ausgleich lag förmlich in der Luft, sollte jedoch nicht mehr fallen.
Im letzten Drittel zeigten beide Teams nochmals, weshalb sie sich für die Playoffs qualifiziert hatten. Schnörkelloses Eishockey, hoher Rhythmus, wenig Unterbrüche und wenig Strafen. Doch Aarau gelang die Rückkehr in die Serie nicht. Es fielen keine Treffer mehr, auch nicht, als Goalie Mathis zugunsten eines sechsten Feldspielers das Eis verliess.