Gewonnen! Nur ein 1:0 zwar, aber gewonnen! Der zehnte Sieg im 14. Derby gegen Wohlen war Balsam auf die Wunden der geschundenen Seele. Gut gemacht, FC Aarau! Obwohl der Unterhaltungswert des Duells der Kantonsrivalen vor nur 3766 Zuschauern im Brügglifeld nahe am Nullpunkt war, gibt es beim Derbysieger viele glückliche Gesichter. Mehr noch. Es gibt sogar vier Gewinner.

Die Stimmen nach dem 1:0-Derbysieg des FCA über Wohlen

Beginnen wir mit Patrick Rossini, dem Matchwinner. Der 28-jährige Tessiner erzielte in der 36. Minute mit einem Schuss aus der Drehung nahe am Fünfmeterraum den achten Saisontreffer und führte die Aarauer auf die Siegesstrasse. «Patrick hat die Qualität, aus wenigen Möglichkeiten viel zu machen», sagt Trainer Marco Schällibaum.

«Gegen Wohlen hatte er eine Topchance. Nur eine, aber die hat er genützt. Er ist für uns so etwas wie die offensive Lebensversicherung.» Der Torschütze selbst bleibt cool. «Der FC Aarau erwartet von mir Tore», erklärt er. «Es ist also nichts anderes als meine Pflicht zu treffen. Mit acht Toren bin ich in dieser Saison glücklicherweise ziemlich im Soll.»

Der zweite Gewinner heisst Ulisse Pelloni, der im Derby überraschenderweise anstelle von Lorenzo Bucchi das Tor des FC Aarau hütete. Der 22-Jährige rechtfertigte das Vertrauen des Trainers und zeigte eine gute Leistung.

FCA-Torhüter Ulisse Pelloni blieb ohne Gegentor.

FCA-Torhüter Ulisse Pelloni blieb ohne Gegentor.

Interessant: Pelloni stand in dieser Saison fünfmal zwischen den Pfosten. In den drei Cupspielen gegen Zollbrück (5:0), Breitenrain (1:0) und Lugano (2:0) und in den zwei Meisterschaftspartien gegen Le Mont (2:1) und Wohlen (1:0) gewann er fünfmal und kassierte nur einen Gegentreffer. Logisch, dass Pelloni dank dieser beeindruckenden Bilanz auch im letzten Spiel der Vorrunde in Baulmes gegen Le Mont zur Startformation zählen wird.

Garat als Fels in der Abwehr

Der dritte Gewinner heisst Juan Pablo Garat. Der 33-jährige Innenverteidiger spielte nach seinem Kieferbruch gegen Wohlen nach langer Zeit wieder von Beginn an. Garat machte seinen Namen als knallhartem Abwehrspieler alle Ehre. Er räumte ab, was abzuräumen war und drosch die Bälle wenn immer möglich aus der Gefahrenzone.

Juan Pablo Garat (r.) spielte seit geraumer Zeit wieder von Beginn an – und überzeugte.

Juan Pablo Garat (r.) spielte seit geraumer Zeit wieder von Beginn an – und überzeugte.

«Garat ist unser grosser Krieger», sagt Schällibaum mit einem Augenzwinkern. «Dank seinem Kampfgeist und seiner Willensstärke ist er für die Teamkollegen ein Vorbild. Garat hat eine absolut professionelle Einstellung. Er ist da, wenn man ihn braucht.»

Bleibt als Gewinner Nummer vier Nuno Da Silva. Der 22-Jährige stand zum ersten Mal in der Startelf des FCA. Und das erst noch auf der für ihn ungewohnten Position als Rechtsverteidiger. Der antrittsschnelle Portugiese setzte viele offensive Akzente und erledigte auch seine Defensivpflichten ansprechend.

Nuno Da Silva machte Werbung in eigener Sache.

Nuno Da Silva machte Werbung in eigener Sache.

Mal schauen, ob der von Breitenrain ausgeliehene Flügelstürmer auch in der Rückrunde für den FC Aarau spielen wird. Werbung in eigener Sache hat er gegen Wohlen mit Sicherheit gemacht.

Zu erwähnen gilt es aus Sicht des FC Aarau auch Olivier Jäckle. Der 23-jährige Mittelfeldspieler absolvierte gegen Wohlen sein 150. Wettbewerbsspiel im Dress des FCA. Jäckle fühlt sich in der Rolle des Abfangjägers vor der Viererabwehrkette sichtlich wohl. Dank seiner feinen Technik, dem sauberen Passspiel und der guten Übersicht schlüpft er je länger, je mehr in die Rolle des Denkers und Lenkers. Sollte Sandro Burki irgendwann mal genug von seiner Rolle als Captain haben, steht mit Jäckle der Nachfolger bereit.