Der Sport auf rollenden Schuhen ist hierzulande eher unpopulär. Trotzdem gibt es Schweizer Sportler, die im Inlineskaten erfolgreich unterwegs sind. Auch Ramona Härdi aus Möriken. Sie betreibt Inlineskating seit gut acht Jahren, verbuchte bereits zwei Schweizer-Meister-Titel (2011 Bahn Langdistanz und 2012 indoor), nahm an Europa-Cup-Rennen teil und fuhr sogar bei den letztjährigen Europameisterschaften in Italien mit. «Das war ein unglaubliches Erlebnis und eine kleine Ehre, für das eigene Land anzutreten», schwärmt Härdi. Die 14-Jährige gehört derweil zu den besten Skaterinnen der Schweiz.
Training auf Beton
Das Talent wurde rein zufällig entdeckt. «Eine Freundin nahm mich mit ins Training beim RC Aaretal, und es hatte mir auf Anhieb gefallen», erklärt Härdi. Mittlerweile fährt sie beim IC Mittelland. Ausserdem gehört sie zu den Schweizer Kader-Athleten, was ihr zusätzliches Training in Nottwil ermöglicht.
Im Sommer trainiert die Sekundarschülerin meist für sich auf Beton. Mutter Jacqueline Caroli begleitet ihre Tochter oft mit dem Fahrrad und muss gestehen: «Manchmal habe ich sogar Mühe, Ramona hinterherzukommen, wenn sie so richtig loslegt und davonfährt.» Denn beim Inlineskaten ist mit Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde zu rechnen.
Die Strassenrennen draussen sind es, welche die Mörikerin den Innenbahn-Rennen bevorzugt: «Längere Strecken fahre ich lieber. Am meisten mag ich Strassenrennen ab 1500 Meter.» Und genau bei solchen muss auch mal mit der einen oder anderen Schürfwunde gerechnet werden, was Ramona allerdings nichts ausmacht: «Das gehört nun mal dazu.»
Mit der Familie wird viel gereist
Die Problematik bei Strassenrennen in der Schweiz ist, dass sie quasi am Aussterben sind. «Früher gab es noch das Inline-Rennen um den Zugersee. «Das wird aber heute, wie viele andere Strassenrennen, nicht mehr durchgeführt», weiss Mutter Jacqueline. Deshalb wird viel gereist mit der Familie, momentan vor allem in Europa. «Wann immer wir es ermöglichen können, fahren wir mit Ramona an ein Rennen, auch wenn es mal etwas weiter weg ist.»
Unter diesen Voraussetzungen dürfte es für die Langdistanz-Spezialistin Härdi möglich sein, ihr Ziel weiterhin zu verfolgen und an Europacup-Rennen teilzunehmen. Vielleicht wird sie für den Aufwand mit der Teilnahme an der EM 2012 belohnt.