Eine Minute vor Spielschluss in der Schachenhalle. 27:26 liegen die Gäste aus Stäfa vorne. Nervenkitzel pur. Der HSC Suhr Aarau drückt, drängt, wirft nochmals alles nach vorne. Die Sekunden verstreichen und verstreichen, doch der Ausgleichstreffer will einfach nicht mehr fallen. Am Ende jubelt der Favorit vom Zürichsee und zieht mit dem Zittersieg in die Final Four des Schweizer Cups ein.
Hängende Köpfe bei den Einheimischen. Sie alle wissen: Die Überraschung wäre mit etwas mehr Glück greifbar gewesen. «Schade, dass wir in den entscheidenden Phasen die nötige Konstanz vermissen liessen. Aber ich bin stolz, mit welcher Leidenschaft meine Jungs gekämpft haben», resümiert Interims-Trainer Patrik Fend nach seinem ersten Pflichtspiel.
Die Leidenschaft wiederentdeckt
Die Geschichte der ersten Halbzeit ist schnell erzählt. Lakers Stäfa zog früh auf mehrere Tore davon, ohne das Spiel gross zu dominieren. Mit 9:13 aus Sicht der Gastgeber ging es in die Halbzeit. Bis dahin wirkten die Hausherren engagiert, aber noch fehlten die Emotionen, dieses Spiel mit aller Macht gewinnen zu wollen.
Ganz anders im zweiten Durchgang. Suhr Aarau kämpfte, Suhr Aarau wollte, aber Suhr Aarau konnte nicht. «Trotz der Niederlage können wir einiges positives aus diesem Spiel mitnehmen», sagt Urgestein Manuel Reichlin. Sicher ist, dass der HSC Suhr Aarau auf dieser überzeugenden Leistung aufbauen kann.
Zum Vergleich: In der Meisterschaft verlor der Tabellenzehnte bisher beide Partien gegen die Lakers deutlich mit 21:30 und 25:35. Gestern aber war der HSC über weite Strecken auf Augenhöhe mit dem Siebten der NLA.
Was ebenfalls Motivation für die Rückrunde geben wird, ist das erste Pflichtspiel von Neuzugang Josip Pazin. Der Kroate feierte einen gelungenen Einstand und war mit sechs Treffern zweitbester Skorer der Mannschaft. Unter dem Stich bleibt also viel Positives zurück. Bis auf das Schlussresultat.