Wenn ein Akteur in den Reihen des HSC Suhr Aarau den Sieg verdient gehabt hätte, es wäre ohne Zweifel Torhüter Tobias Wipf gewesen. Er erwischt am Sonntag, vorab in der ersten Halbzeit, einen Glanztag. Gleich die ersten drei Angriffe der Zürcher wehrte er ab, insgesamt parierte er im ersten Durchgang 13 Schüsse und entschärfte alle vier Penaltys der Gäste. «Das ist mir in der NLA wohl noch nie gelungen», sagte der 26-Jährige.
Miserable Angriffsleistung
Und dennoch reichte es im Duell des Vorletzten gegen den Viertletzten nicht für einen Sieg der Aargauer. Das lag einmal mehr an der miserablen Angriffsleistung des HSC Suhr Aarau. Dem Team fehlt ein Mann für die einfachen Tore, ein Hüne mit Durchsetzungskraft. Jeder erfolgreiche Abschluss muss mühsam herausgespielt werden. Das kostet Kraft. Björn Navarin war mit sieben Toren einmal mehr der erfolgreichste Schütze, der Deutsche Spielertrainer leistete sich aber zu viele Fehlzuspiele und -würfe.
Dank der Paraden Wipfs führte der HSC Suhr Aarau schnell mit 5:1 und 9:5. Dann erzielte Amicitias Luca Spengler drei Tore in Folge. Zur Pause schmolz der Vorsprung auf 10:9. «Wir haben nur schwer in die Partie gefunden», sagte Amicitia-Trainer «Wädi» Müller, «unser Glück war, dass wir vor der Pause bis auf ein Tor herangekommen sind.» Ähnlich sah es auch der HSC-Coach Patrik Fend: «Der 1-Tore-Vorsprung nach 30 Minuten war ein schlechter Lohn.»
Für GC Amicitia war der 24:21-Sieg erst der zweite Auswärtserfolg der Saison. «Uns fehlt in fremden Hallen oft das Selbstvertrauen», sagte der Wettinger «Wädi» Müller. Doch mit einer aggressiveren Spielweise drehte sein Team die Partie. Die Zürcher verdienten sich den Sieg dank eines variableren Offensivspiels, gingen in der Schachenhalle jedoch erst in der 37. Minute erstmals in Führung (13:12). Der HSC drohte zwischenzeitlich einzubrechen, Neuzugang Josip Pazin blieb in der zweiten Halbzeit lange auf der Bank und erzielte insgesamt nur zwei Treffer. GC Amicitia erhöhte in dieser Phase den Vorsprung auf fünf Tore (21:16).
Hoffnung dank Mark Schelbert
Erst in der Schlussphase, als Suhr Aarau die Deckung umstellte, kam noch einmal so etwas wie Spannung auf. Flügel Mark Schelbert erzielte in den letzten Minuten vier Gegenstoss-Tore. Eine halbe Minute vor Schluss stand es auf einmal 21:22. Es wäre allerdings ein allzu leichtsinnig verspielter Sieg der Zürcher gewesen. Die letzten zwei Tore zum 24:21 machten alles klar. GC Amicitia wahrte damit seine Finalrunden-Chance.
Die Enttäuschung bei Wipf war hingegen riesig: «An der Deckung hat es nicht gelegen», sagte er, «ein Sieg wäre für unsere Moral mit Blick auf die Abstiegsrunde enorm wichtig gewesen.» Auch für Fend war klar, dass das Team dringend ein Erfolgserlebnis braucht: «Dieses Spiel zeigte einmal mehr, dass der Abstand zur Konkurrenz nicht gross ist. Aber irgendwann müssen auch mal Punkte her, es nützt uns nichts, wenn wir nach Spielschluss immer das Resultat schönreden müssen.»