Das Brügglifeld ist in malerisches Weiss gehüllt. Gelassen schaut Gil über den schneebedeckten Platz. Keiner kennt das schmucke Stadion so gut wie er. «Wenig los heute», lächelt der Brasilianer, der seit vier Jahren beim Challenge-League-Verein als Platzwart arbeitet.
Die jüngsten Diskussionen um die Platzverhältnisse in den Super-League-Stadien hat er nur am Rande mitbekommen. Lieber pflegt er «seinen» Rasen. Mit der Schaufel wischt er eine dünne Schneeschicht vom Feld und zeigt ein Stück des gefrorenen Grüns: «Ich habe hier überall Löcher gemacht, damit das Wasser besser abfliessen kann», sagt der ehemalige Fussballprofi (spielte unter anderem bei Wohlen, Schaffhausen und Concordia Basel).
Nur Komplimente
Dass die Super-League-Plätze teilweise holprigen Kartoffeläckern glichen, kann Gil nicht verstehen: «Mit Leidenschaft und Einsatzwillen muss es doch möglich sein, einen Platz einigermassen herrichten zu können.»
Gil weiss, wovon er spricht. Noch nie hat er auf seine akribische Arbeit negative Reaktionen erhalten. «Bisher gab es wirklich nur Komplimente über die Platzverhältnisse», fügt der 33-Jährige stolz an.
Nur ein einziges Mal erlebte Gil eine Partie, die wegen des vielen Schnees kurz vor dem Abbruch stand. «Das war vor etwa vier Jahren gegen GC», erinnert er sich, «20 Minuten vor Anpfiff habe ich noch die Linien rot nachgefärbt. Am Schluss konnte Massimo Busacca das Spiel pünktlich anpfeifen.» Bis heute kann er sich noch an jedes Detail erinnern.
Zwei Alternativen
Umso entspannter geht er mit den jetzigen Witterungsverhältnissen um. Denn diese seien nicht anders als in den Vorjahren auch. Nur kann man gegen den weissen Teppich derzeit wenig tun. So vertraut Gil vor allem auf die Wetterprognosen.
Das weitere Vorgehen ist simpel: Entweder schmilzt der Schnee rechtzeitig zum ersten Heimspiel (am 26. Februar gegen Lugano), oder «unsere Junioren müssen ein paar Tage vor der Partie eine Extraschicht einlegen und den Schnee wegwischen», schmunzelt der Ex-Stürmer, der nebenbei die 3.-Liga-Mannschaft des FC Aarau II trainiert.
Da der FCA zum Rückrundenstart auswärts in Vaduz antreten muss, hat Gil sogar noch eine Extrawoche Zeit für die Rasenpflege. Ihm spielt das keine Rolle. Gil ist ohnehin immer da, wenn er gebraucht wird. Mit Leib und Seele.