Geld regiert die Welt. Geld regiert den Sport. Geld regiert den Fussball. Geld regiert also auch den FC Aarau. Weil sich die fixen Spielergehälter beim Verein vom Brügglifeld in überschaubaren Grenzen halten, kommt den Prämien eine grosse Bedeutung zu. Für einen Erfolg in einer Partie der Challenge League erhält jeder Akteur 450 Franken. Das ist vertraglich so vereinbart.

Die Stimmen nach dem 1:0-Derbysieg des FCA über Wohlen

Dreimal pro Saison gibt es für die Aarauer Spieler allerdings die Möglichkeit einer doppelten Siegprämie. Nach heissen Diskussionen mit Sportchef Raimondo Ponte entschied sich die Mannschaft, den ersten Joker im Derby gegen Wohlen zu ziehen. Gut gepokert! Nach dem 1:0-Sieg gegen Wohlen kassieren Captain Sandro Burki und seine Teamkollegen für den zehnten Erfolg im 14. Duell also satte 900 Franken.

900 Franken pro Mann? Nicht schlecht! Wobei: Wäre der FC Aarau in der Tabelle der Challenge League in den Top 3 klassiert, hätte die Siegesprämie sogar noch 600 Franken mehr betragen. Umso ärgerlicher ist die Tatsache, dass das Team von Trainer Marco Schällibaum nach 17 Spielen zwar gleich viele Punkte wie der Dritte Wil auf dem Konto hat, wegen der schlechteren Tordifferenz (-8) aber hinter den Ostschweizern auf Rang 4 figuriert.

Marco Schällibaums Erleichterung

Für die Spieler des FC Aarau ist die Siegprämie ein willkommenes Zubrot. Schällibaum dürfte die Siegprämie ziemlich egal sein. Für den 54-jährigen Trainer zählte nach acht Spielen mit nur einem Erfolg, aber fünf Niederlagen einzig und allein der sportliche Aspekt. «Dieses Derby hat mich viele, ja sogar sehr viele Nerven gekostet», sagte er. «Der Druck auf dem FC Aarau war enorm. Schliesslich hatten wir viel mehr zu verlieren als Wohlen. Natürlich haben wir nicht schön gespielt. Natürlich haben wir kein Spektakel gezeigt. Aber mit der Defensivarbeit der Spieler nach unserem Tor zum 1:0 bin ich sehr zufrieden. Heute ging es einzig und allein um den Erfolg. Und den haben wir uns mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung redlich verdient.»

Telegramm:

FC Aarau – FC Wohlen 1:0 (1:0)

Brügglifeld. – 3 766 Zuschauer. – SR: Schnyder. – Tor: 36. Rossini 1:0.

Aarau: Pelloni; Da Silva, Garat, Thaler, Markaj; Tréand (89. Hammerich), Jäckle, Burki, Audino (75. Perrier); Ciarrocchi (46. Josipovic), Rossini.

Wohlen: Kiassumbua; Muslin, Stahel, Schmid; Von Niederhäusern, Castroman, Bicvic, Kamber; Schultz (73. Foschini), Abegglen (58. Pagliuca, 87. Dangubic); Pacar.

Bemerkungen: Aarau ohne Besle, Thrier (beide gesperrt), Fekete, Peralta, Romano, Wüthrich (alle verletzt) und Hunn (nicht im Aufgebot). Wohlen ohne Hajrovic (gesperrt), Giampà, Graf, Loosli (alle verletzt), Lotti und Stutzer (beide nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 31. Burki, 42. Tréand, 43. Pacar, 57. Abegglen, 66. Markaj, 67. Audino (alle Foulspiel), 80. Pagliuca (Reklamieren).

Schällibaum war einerseits erleichtert, anderseits höchst zufrieden. Die 3766 Zuschauer dürften das Brügglifeld nach 93 Minuten mit nur einem Treffer, viel Leerlauf und noch mehr Kampf und Krampf allerdings mit gemischten Gefühlen verlassen haben. Was der FC Aarau und der FC Wohlen ihren Fans zeigten, war biedere Kost.

Der Unterhaltungswert der Partie war quasi gleich null. Bis zum Führungstreffer des FC Aarau nach gut einer halben Stunde neutralisierten sich die beiden Teams weitgehend. Man nennt das dann wohl Abtasten. Das 1:0 für den Favoriten nach gut einer halben Stunde fiel wie aus dem Nichts. Nach einer Flanke von Denis Markaj und einer Kopfballvorlage von Geoffrey Tréand schoss Patrick Rossini – wer denn sonst? – den Ball aus der Drehung nahe am Fünfmeterraum in die Maschen.

Pelloni fehlerlos

Der FC Aarau führte zur Pause also 1:0, suchte in der zweiten Halbzeit allerdings nicht den zweiten Treffer, sondern verwaltete den knappen Vorsprung mit viel Geschick, aber auch einer Portion Glück. Einen grossen Anteil am Erfolg hat zweifellos Torhüter Ulisse Pelloni, der den Vorzug vor Lorenzo Bucchi erhielt. Pelloni blieb fehlerlos und rettete zweimal in extremis. Ihm ist es in erster Linie zu verdanken, dass der FC Aarau nach elf Gegentreffern in den vergangenen drei Partien wieder einmal zu null spielte.

Auf den FC Aarau wartet zum Abschluss der Vorrunde nun erst einmal das Weihnachtsessen. Es geht am Mittwoch im Hotel Bären in Kölliken über die Bühne. Am Sonntag folgt schliesslich mit dem Auswärtsspiel gegen Le Mont ein weiterer Leckerbissen. Die Reise wird den Derbysieger an diesem 11. Dezember über Stock und Stein in den Distrikt Jura-Nord führen. Im auf 656 Meter über Meer gelegenen Bauerndorf Baulmes findet die letzte Partie vor der Winterpause statt. Verabschiedet sich der FC Aarau in der Wildnis mit einem weiteren Sieg?

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker: