Der FC Wohlen muss diese Saison unter die ersten zehn Teams kommen. Ansonsten wird sich der Club aus der Challenge League verabschieden müssen. Allerdings haben die Freiämter in der ersten Saisonhälfte nicht wirklich überzeugt. Zurzeit befinden sie sich in der Tabelle auf Rang 12.
Bangen um die Existenz
Bei den Spielern dürfte sich der Druck noch ein wenig erhöhen. Für viele geht es in der aktuellen Saison um die Existenzsicherung. Kann der FC Wohlen sich nicht in der Challenge League halten, müssen sich die Spieler entweder einen neuen Arbeitgeber suchen oder sich vom Profi-Fussball verabschieden.
«Wir haben ein starkes Team mit einer guten Arbeitsmoral», sind sich Präsident Wyder und Trainer Kunz aber einig. «Das Team wird sich nicht von solchen Dingen ablenken lassen.»
Die jüngere Vergangenheit zeigte jedoch ein anderes Bild - beispielsweise die Einwechslung von Alex de Lima im Cup-Spiel gegen den FC Luzern. Als der 23-jährige Brasilianer als rechter Flügel eingewechselt wurde, erklärte er laut Präsident Andy Wyder seinem Trainer: «Ich bin die Nummer 10 und werde auch nur als solche spielen.»
«Diese Äusserung war respektlos gegenüber dem Team, dem Verein und mir», sagt Trainer Kunz. Aus diesem Grund sei de Lima suspendiert worden.
«Ein hervorragender Stürmer, ein grosses Talent»
«Schade», finden Präsident und Trainer: «Alex de Lima ist ein hervorragender Stürmer, ein grosses Talent.» Für das letzte Spiel vor der Winterpause müsse man jetzt aber ohne ihn zurechtkommen. «Ich denke er wird sich in den Ferien überlegen, was er mit uns noch erreichen will und seine Karriere dementsprechend planen», meint Wyder.
Daran dass die Offensive unbedingt effizienter werden muss, wird auch de Lima nichts ändern können: «Wir müssen offensiv kaltblütiger werden und an unserer Durchschlagskraft arbeiten», findet Kunz. Während der Pause werde er den Fokus vor allem auf taktische Änderungen in der Offensive legen.
Und: Trainer und Präsident erwägen auch personelle Neuerungen: «Es stimmt, wir sind interessiert an frischen Offensivkräften.» Namen könnten zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht genannt werden.
Winterpause kommt «sehr gelegen»
Auch sonst kommt die Winterpause laut Kunz «sehr gelegen». Der FC Wohlen habe mit drei verschiedenen Trainern ein turbulentes Jahr hinter sich. «Die Spieler können während der Pause wieder etwas Selbstvertrauen aufbauen und Ruhe finden», sagt Kunz.
Andy Wyder glaubt jedoch nicht, dass diese Saison noch einmal Ruhe einkehren wird. «Da diese Saison nur zehn Teams den Ligaerhalt erreichen können, wird es wohl in der gesamten Challenge League noch heftig rumoren.» Bei Wohlen selbst könne man vorläufig so und mit dem aktuellen Trainer weiterarbeiten. (cht)