25 Jahre lang gab es in der Uhrenstadt keinen 1. Mai-Umzug mehr. Heute aber marschierten gut 60 Parteimitglieder, Gewerkschaftsmitglieder und Sympathisanten gemeinsam vom Marktplatz bis ins Parktheater, um für «mehr Schutz, Lohn und Rente» zu demonstrieren. Der Marsch, an dem auch einige Kinder mitliefen, dauert knapp 10 Minuten und verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. Dennoch beobachtete die Polizei Stadt Grenchen den Umzug.

Gemeinsam die Dinge verändern

Ganz vorne mit marschierten SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen, Beat Jost (Leiter Unia Region Biel-Seeland/Kanton Solothurn), Stadtpräsident Boris Banga sowie Remo Bill, Präsident der SP Stadt Grenchen. Beat Jost lobte, dass es nach so vielen Jahren wieder gelungen ist, einen Marsch zu organisieren. Und weiter: «Wir dürfen nicht nur empört sein. Es ist wichtig, dass wir auch zusammenstehen und gemeinsam versuchen, die Dinge zu ändern.»

Nationalrätin Margret Kiener Nellen freute sich ebenfalls, dass es der Stadt gelungen ist, dem Tag der Arbeit wieder mehr Nachdruck zu verleihen. Die drei grossen Scheren in der Schweiz müssten beseitigt werden, sagte Kiener Nellen, «Die Lohnschere, die Vermögensschere und die Steuerschere».

Franken immer noch zu stark

SP-Stadtpräsident Boris Banga freute sich, dass bereits wieder «ein Haufen Leute» zum Umzug erschienen waren. Speziell Bezug nahm er in seinen Reden auf den harten Schweizer Franken, welcher für das exportgeprägte Grenchen ein Problem darstellt und der gemäss Banga in einem bis zwei Jahren schlimme Auswirkungen haben werde, wenn sich nichts ändert. Ausserdem machte sich der Stadtpräsident für die Anpassung der Flughafenpiste stark, welcher für die Wirtschaft von grosser Wichtigkeit sei.

Nach dem Umzug wurde der Tag der Arbeit im Parktheater weiter gefeiert, mit Ansprachen der Politikerinnen und Politiker, einer Festwirtschaft und einem Auftritt der Stadtmusik Grenchen. Der 1. Mai war damit aber noch nicht vorbei. Einige wechselten nach der Veranstaltung in Grenchen nach Lengnau, wo Nationalrätin Jacqueline Fehr und der Berner Grossrat Ueli Scheurer sich ebenfalls für mehr Schutz, mehr Lohn und mehr Rente stark machten.