Malerisch liegt der Inkwilersee in der Landschaft, doch der Schein trügt: Seit ungefähr einer Woche treibt ein aggressives Schwanenpärchen dort sein Unwesen. Es sei in dieser Zeit vermehrt zu kleineren Zwischenfällen zwischen Spaziergängern und dem Schwanenpärchen gekommen, sagt Rita Beer, Präsidentin der Umweltschutz- und Betriebskommission der Gemeinde Bolken. Bis jetzt ist zwar noch nichts passiert, aber ein Zusammenstoss zwischen Spaziergängern und Schwänen könnte durchaus ernste Folgen haben, denn die Schwäne haben trotz ihres friedlichen Aussehens viel Kraft und können kräftig zuschnappen.

Laut Hansjörg von Allmen, Wildhüter am Inkwilersee, sind Schwäne dazu fähig, Menschen ernsthaft zu verletzen: «Besonders mit ihren Flügeln haben sie eine ungeheure Kraft, aber auch mit dem Schnabel können sie sehr stark klemmen.» Sogar Armbrüche oder Blutergüsse habe es an anderen Orten in der Schweiz nach Zusammenstössen zwischen Menschen und Schwänen schon gegeben, sagt der Wildhüter.

Warnschilder aufgestellt

Um es am Inkwilersee nicht so weit kommen zu lassen, wurden nun um den See Warnschilder aufgestellt. Diese ermahnen die Spaziergänger, den Schwänen, und insbesondere ihren Jungen, nicht zu nahe zu kommen. Denn das Interesse ist gross, die flauschigen Schwanenküken ganz aus der Nähe zu betrachten. Insbesondere Kinder und Hunde wagen sich dabei ganz dicht an das Schwanenpärchen heran. Aber auch Erwachsene sind neugierig auf die kuscheligen Jungtiere und wecken dabei den Verteidigungsreflex der Eltern.

Genau diese Neugier von Mensch und Hund ist der Grund für das aggressive Verhalten der Schwäne, wie Hansjörg von Allmen erklärt: «Es ist eine natürliche Verteidigungsreaktion der Schwaneneltern, um ihre Jungen zu beschützen.» Der Nachwuchs der Schwanenfamilie am Inkwilersee sei zudem dieses Jahr besonders zahlreich ausgefallen: «Normalerweise haben die Schwäne zwei oder drei Jungtiere, dieses Jahr sind es sechs.» Die Schwaneneltern müssen also besonders viele Küken in den Augen behalten.

Für Hansjörg von Allmen ist es daher wichtig, dass die Spaziergänger am Inkwilersee die Warnschilder beachten, nicht zu nah an die junge Schwanenfamilie herantreten und die Hunde an der Leine führen: «Dies ist für beide Seiten besser. Für die Menschen, aber auch die Schwäne. Ihnen bleibt so viel Stress ersparrt», sagt von Allmen.