Aarau
Aktualisiert am 12.11.10, um 06:20 von Thomas Röthlin
 

Weinkellereien bauen modernste Abfüllanlage Europas

Weinkellereien investieren 15 Millionen in eine neue Abfüllanlage. Sie kann zukünftig 6 Millionen Flaschen pro Jahr verarbeiten. von Thomas Röthlin
 

An der Rohrerstrasse steht über der bestehenden Spedition eine neue Halle. Auf 800 Quadratmetern wird in diesen Tagen ein Maschinenpark installiert, der in der Lage ist, bis 10000 Flaschen pro Stunde und 6 Millionen Flaschen pro Jahr abzufüllen, zu verschliessen, zu etikettieren, zu verpacken und zu palettieren. 15 Mio. Franken investiert das Unternehmen, das zum Mischkonzern Lagerhäuser der Centralschweiz gehört.

12000 Flaschen pro Stunde

Die modernen Maschinen seien zwar nicht schneller als die alten, sagt Betriebsleiter Charly Lehmann, der die az gestern durch die Baustelle führte. Aber schonender und effizienter: Die verschiedenen Arbeitsschritte sind besser aufeinander abgestimmt. Wenn der Füller klemmt, stoppt der Verschliesser automatisch. Heute gehe das nur manuell, sagt Lehmann.

Um die ganze, 350 Meter lange Förderstrecke in Schuss zu halten, braucht es noch vier Mitarbeiter, zwei weniger als heute. Das Fliessband wird energiesparend angetrieben, sodass der Stromverbrauch um 30 Prozent sinkt. Insgesamt werden 33 Kilometer Stromkabel verlegt. Die Wartung erfolgt aus der Ferne bei den deutschen Lieferanten, die ihre Maschinen via Modem überwachen.

Die 30-jährige Anlage, die Anfang 2011 ausgemustert wird und einem Flaschenlager Platz macht, ist mit einer Waschmaschine ausgestattet. «Heute haben Einwegflaschen das Zirkulationsglas weitgehend abgelöst», sagt Lehmann. Deshalb kaufen die Weinkellereien nur noch neue oder bereits gereinigte Flaschen ein.

Lager nach einem halben Jahr leer

Auf die neuen Maschinen, die rund die Hälfte der Investitionen ausmachen, wartet viel Arbeit. Um die gesamte Offenlagerkapazität zu verarbeiten, brauchen sie knapp fünf Monate. Die Tanks, in denen der fertig ausgebaute Wein aus der Schweiz, Italien, Frankreich und Übersee lagert, fassen insgesamt 2 Millionen Liter. Am Ende der Wertschöpfungskette warten im Hochregallager 6000 Paletten à 600 Flaschen Wein auf den Konsumenten im Detailhandel und in der Gastronomie.

(az Aargauer Zeitung)
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