Die Zahlen für Flüchtlinge wurden zum ersten Mal erhoben und publiziert - im Bericht "Sozialhilfestatistik im Flüchtlingsbereich" des Bundesamts für Statistik (BFS). Demnach waren 2010 ein Drittel der Bezüger zwischen 26 und 35 Jahre alt. Sie stellen damit die grösste Gruppe vor den Minderjährigen. Knapp zwei Drittel sind Männer.

Als Flüchtlinge gelten Menschen mit Aufenthaltsbewilligung B, die bis zu fünf Jahre in der Schweiz leben, sowie vorläufig Aufgenommene mit F-Bewilligung, die bis zu sieben Jahre bleiben. Flüchtlinge mit Ausweis B machen in der Statistik mit 75 Prozent den Hauptharst aus.

Insgesamt beziehen 89 Prozent aller Flüchtlinge beider Kategorien Sozialhilfe, wie es beim Bundesamt für Migration (BFM) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda hiess. Das BFM hat die Statistik beim BFS in Auftrag gegeben.

Drei Viertel ohne Ausbildung

Die Zahlen sind laut BFM jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da Flüchtlinge mit Asyl nicht zum Arbeiten in die Schweiz kommen, sondern weil sie im Heimatland bedroht sind. Zudem tauchen sie auch in der Statistik auf, wenn sie lediglich einmal oder nur für kurze Zeit Gelder beziehen.

Laut Bericht haben die meisten (66,8 Prozent) ein Jahr oder weniger lang Sozialhilfe bezogen. Lediglich 1,6 Prozent wurden vier Jahre und länger unterstützt. Die Zahlen für Flüchtlinge werden gleich berechnet wie jene für Schweizerinnen und Schweizer.

Pro Dossier - das kann sowohl eine Einzelperson als auch eine mehrköpfige Familie sein - wurden durchschnittlich im Jahr knapp 20'000 Franken Sozialhilfe ausbezahlt. Einzelpersonen erhielten durchschnittlich gut 14'000 Franken, Paare mit drei und mehr Kindern knapp 40'000 Franken.

Asylsuchende mit Arbeitsverbot

Von den Asylsuchenden waren schweizweit 11'540 in der Sozialhilfe. Die Zahlen beruhen auf einer Hochrechnung für das Jahr 2011. Das sind rund 88 Prozent aller Asylbewerber in der Schweiz, wie es beim BFS auf Anfrage der sda hiess. Der hohe Wert sei dadurch zu erklären, dass die Betroffenen in den ersten drei bis sechs Monaten nicht arbeiten dürfen.