Wahlen in Zürich
Aktualisiert am 03.04.11, um 17:40
 

FDP-Präsident Pelli ortet «Fukushima-Effekt» in Zürich

FDP-Präsident Pellis Geschick ist gefragt.
Die FDP gehört bei den Kantonsratswahlen in Zürich zu den Verlierern. Fulvio Pelli, Präsident der FDP Schweiz, glaubt, dass nach dem AKW-Unfall in Fukushima Wähler von den Freisinnigen zu den Grünliberalen und der BDP abwanderten.
 

Zweieinhalb Wochen vor den Wahlen hätten die Umfragen der FDP noch gute Ergebnisse vorhergesagt, erklärte Pelli gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Aber nach dem Unfall im japanischen Atomkraftwerk habe eine grosse Verunsicherung eingesetzt.

Es habe immer «viele Wechselwähler gegeben, die zwischen uns und den Grünliberalen geschwankt haben. Die haben sich dieses Mal für die GLP entschieden», sagte Pelli. Er sei sehr enttäuscht darüber, dass es in Zürich nicht gelungen sei, die Parteiergebnisse zu stabilisieren.

Voraussagen für die eidgenössischen Wahlen im Herbst wollte Pelli nicht machen. Entscheidend sei, ob die Verunsicherung nach dem AKW- Unfall weiter anhalte.

SVP-Präsident Brunner sehr zufrieden

Toni Brunner, Präsident der SVP Schweiz, ist mit dem SVP-Ergebnis in Zürich sehr zufrieden. Er sieht in der Tatsache, dass die Partei nicht mehr zulegte, einen Beweis dafür, dass es auch möglich sei, sich «auf einem so hohen Niveau zu stabilisieren».

Noch vor Bekanntgabe des Schlussergebnisses freute sich Brunner darüber, dass die «von allen vorhergesagten starken Verluste ausgeblieben sind». Dies gelte nicht nur für die Kantonsratswahlen sondern auch für die Regierungsratswahlen.

Dort habe man die Abwahl von SVP-Regierungsrat Markus Kägi fast schon herbeigeschrieben. Die gute Wiederwahl der beiden SVP- Regierungsmitglieder zeige, dass die Mobilisierung funktioniert habe.

Das sei vor allem erfreulich, wenn man die schlechten Ergebnisse der Mitte-Parteien FDP und CVP zum Vergleich heranziehe. Für die eidgenössischen Wahlen im Herbst stimme ihn dieses Ergebnis sehr zuversichtlich.

BDP vom Erfolg überrascht

Die BDP Schweiz ist vom Erfolg bei den Zürcher Kantonsratswahlen selbst überrascht. Von dem guten Ergebnis verspricht sich BDP-Parteipräsident Hans Grunder Aufwind für die eidgenössischen Wahlen im Herbst.

In Zürich habe der Partei niemand etwas zugetraut. «Jetzt haben wir gute Voraussetzungen für die Wahlen im Herbst,» sagte Hans Grunder gegenüber der Nachrichtenagentur SDA in einer Stellungnahme noch bevor das Endergebnis endgültig feststand.

Grund für den Wahlerfolg seiner Partei sei, dass es der BDP gelinge, in der Mitte Wähler abzuholen und vor allem Nichtwähler zu mobilisieren. Die BDP werde als bügerliche Partei wahrgenommen, die ökologische Anliegen vertritt.

 

 

(sda)
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