Die sibirische Kältefront, die europaweit schon mindestens 36 Menschenleben gefordert hat, wird in den kommenden Tagen auch in der Schweiz Einzug erhalten. Schon heute konnte man erste eisige Winde aus dem Osten spüren.

«Im Flachland werden bis zu minus 15 Grad Celsius erwartet, in den Bergen bis zu minus 30», sagen die Meteorologen von «meteonews.ch»

«Das ist sehr kalt»

Das bezeichnet auch Bruno Honegger, Hüttenwart der Maighels-Hütte in Graubünden auf 2309 Meter über Meer, als «sehr kalt». «Rechnet man da noch den erwarteten Wind mit ein, dürfte die gefühlte Temperatur noch tiefer ausfallen», sagt Honegger.

Aus der Sicht des Hüttenwartes stellt die Kälte aber kein Problem dar: «Die Hütte ist ganzjährig auf etwa 15 Grad geheizt. Falls es dann einmal richtig kalt wird, heizen wir neben der elektrischen Heizung noch mit dem Holzofen und verschiedenen Gasstrahlern.»

Dass Gäste wegen der Kälte nicht in seine Hütte kommen werden, glaubt Honegger nicht. Eher das Gegenteil sei der Fall. «Für Wintersportler gilt wegen dem Schnee natürlich das Motto ‹Je kälter desto besser›», erklärt der Hüttenwart.

Kein Thema für Bergsteiger

Bruno Honegger ist seit über 20 Jahren Hüttenwart und noch länger Bergführer: «Für einen Bergsteiger ist die Kälte kein Thema. Er zieht sich einfach den Umständen entsprechend an und meidet vielleicht die wirklich exponierten Stellen.» Doch er habe über die Jahre feststellen können, dass das Wetter immer extremer wird: «Wenn es einmal kalt wird, dann richtig.»

Natürlich gäbe es auch Gäste, die für solche Kälte ungenügend ausgerüstet sind, diese würden es aber in den meisten Fällen nicht einmal bis in die Hütte schaffen. «Folglich haben wir auch keine Probleme mit schlecht ausgerüsteten Gästen.»

Eiszeit in der Schweiz: Hohe Minustemperaturen angesagt

Auch im Flachland wird die Kleidung in den kommenden Tagen eine grosse Rolle spielen. Der Bauarbeiter Lukas Vogel erklärt  gegenüber der Agentur «Keystone» seine zusätzlichen Kleidungsstücke: «Ich werde Hochgebirgsschuhe, einen Nierengurt und Thermounterwäsche anziehen.»

Auch für Strassenverkäufer wird es hart. Peter Conrath, selbst ein Strassenverkäufer, sieht aber auch Vorteile: «Fürs Geschäft sind tiefe Temperaturen gut. Die Menschen kaufen wohl als Mitleid mir gegenüber mehr.»