Der berühmt-berüchtigte Zürcher Klubbetreiber Carl Hirschmann verabschiedet sich aus dem Nachtleben. Wie sein Sprecher Sacha Wigdorovits in einer Medienmitteilung schreibt, wird Hirschmann seinen Nachtclub Saint-Germain im Bally-Gebäude an der Zürcher Bahnhoftrasse am 1. Januar 2011 schliessen.

Hauptgrund für Hirschmanns Rückzug ist offenbar der Tod seines Vater. Der schwerreiche Unternehmer Carl W. Hirschmann ist diesen Sommer im Alter von 61 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens gestorben.

«Es hat für mich ein neuer Lebensabschnitt begonnen, und ich möchte mir die Zeit nehmen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen», wird Hirschmann in der Mitteiluing zitiert. «Der Tod meines Vaters hat mich sehr getroffen, und ich würde es als pietätlos empfinden, das Saint Germain weiterzuführen, wie wenn nichts geschehen wäre.»

Wiedereröffnung nicht ausgeschlossen

Noch unklar ist, was mit dem Clublokal an bester Lage in der Zürcher Innenstadt geschehen wird. Ein Verkauf, die Vermietung an einzelnen Abenden oder eine vollständige Umnutzung seien Optionen, die derzeit geprüft würden, heisst es. Auch eine spätere Wiedereröffnung des Saint Germain ist nicht komplett ausgeschlossen.

Carl Hirschmann will sich in Zukunft Immobiliengeschäften widmen, wie es im Communiqué heisst. Hirschmann ist Mitbesitzer einer Immobilienfirma, die er 2009 zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder gegründet hatte.

«Ich will meine Aufmerksamkeit vor allem der Weiterentwicklung dieser Firma widmen, zumal das derzeitige wirtschaftliche Umfeld im Immobilienbereich noch mit vielen Unsicherheiten behaftet ist», so Hirschmann. Die Anlagestrategie des Familienunternehmens sei auf den Kauf von Objekten in der Schweiz und auf die Akquisition namhafter Aktienpakete grosser börsenkotierter Immobilienfirmen fokussiert. (bau)