Die Lage ist ernst. Dies merken die Liestaler spätestens, wenn die Weihnachtsbeleuchtung Ende 2012 nicht mehr installiert wird. Wahrscheinlich gehen die Baselbieter lieber in andere Städte einkaufen, wo die Glühbirnen den Weg wohlig weihnachtlich beleuchten.
Dass dieses Szenarium eintritt, ist wahrscheinlich. «Im schlimmsten Fall gibt es in Liestal keine Weihnachtsbeleuchtung mehr», erklärt Martin Spiess, Vizepräsident Verein KMU Liestal. Rund 75 Mitglieder vom Verein sorgen nämlich dafür, dass die Kantonshauptstadt zur Weihnachtszeit erstrahlt. «Die Betriebskosten konnten jeweils knapp gedeckt werden, Rückstellungen waren nicht möglich», weiss Hanspeter Meyer, Vereinsmitglied KMU und ehemaliger Präsident des Vereins Weihnachtsbeleuchtung.
Illegale Glühbirnenbeschaffung
Der Verein Weihnachtsbeleuchtung zahlte zuvor den Unterhalt der Lichter in Liestal. Bereits 2006 reichte das Geld nicht aus. So bat die Interessengruppe beim Kanton um finanzielle Unterstützung. Diese wurde nicht bewilligt. Letztendlich rettete eine Spendenaktion die Weihnachtsbeleuchtung.
Heute sind die Lichter gleich alt, wie die maroden Schallschutzwände der H2, also über 40 Jahre alt. Ihre Glühbirnen sind offiziell nicht mehr im Handel erhältlich. Zudem verbietet der Bund ab September 2012 die Verwendung von 25 Watt Birnen in der Schweiz. Die Halterungen an den Hauswänden sind auch wackelig. Was liegt da näher, als eine neue Lichterkette zu kaufen. Vertreter vom Verein KMU Liestal wollten eine LED-Weihnachtsbeleuchtung. Die Beleuchtung koste beim Händler rund 200 000 Franken und spare Energie, erklärt Spiess.
Keine Beleuchtung im 2012
«Im Sommer hatten wir mit Mitgliedern des Stadtrats ein Gespräch und fragten um einen Unterstützungsbeitrag an», erzählt Spiess. Gesprochen wurde von rund 100 000 Franken. Die Stadtratsmitglieder machten damals eine mündliche Zusage. Im Budget 2012 steht jedoch nichts davon geschrieben.
«Man hätte dem Einwohnerrat rechtzeitig einen schriftlichen Budgetantrag unterbreiten müssen», erklärt Peter Rohrbach, der auch beim Vorgespräch mit den Vertretern der KMU dabei war. «Wahrscheinlich wäre dieser Budgetantrag sogar gutgeheissen worden», fügt er an. Die Weihnachtsbeleuchtung 2012 hängt nun an einem dünnen Faden. Vielleicht verschwindet sie ganz aus der Altstadt. Um Kosten zu sparen, könnte man nur eine Auswahl von Strassen und Plätzen beleuchten, sagt Spiess. «Der Verein kann auch im Einwohnerrat ein Postulat für einen Nachtragskredit einreichen», erklärt Rohrbach.