Die vierköpfige Bande - eine Frau und drei Männer - wird beschuldigt, im Oktober 2015 einen Raub auf eine C&A-Filiale in Zürich geplant und durchgeführt zu haben.

Die Frau arbeitete in dieser Filiale und soll Insiderwissen beigesteuert haben. So soll sie ihrem Lebenspartner gesagt haben, an welchem Tag die Wocheneinnahmen zur Abholung bereitgemacht werden und wo sich der Tresorraum befindet.

Ausserdem soll sie den zwei Männern, die den Überfall durchführten - ein Brüderpaar - den aktuellen Zugangscode für den Personaleingang gegeben haben. Ihr Freund, der das Brüderpaar kannte, soll dabei als Vermittler aufgetreten sein.

Alle vier bestritten diese Vorwürfe und beteuerten ihre Unschuld: Sie hätten damit nichts zu tun. Einer der Brüder sagte vor Gericht, er sei nicht vor Ort gewesen. Sein Bruder verweigerte die Aussage genauso wie der Mann, der als Vermittler fungiert haben soll.

DNA-Spuren am Tatort

Am Tatort wurden auf dem Klebeband, mit dem die anwesenden Angestellten gefesselt wurden, und auf einem defekten Magazin DNA-Spuren der Brüder gefunden. Vom Richter darauf angesprochen, konnten sie sich nicht erklären, wie ihre DNA dahin gekommen ist.

Ebenfalls schwiegen sich die Beschuldigten darüber aus, woher sie plötzlich das viele Geld hatten. Einige bezahlten kurz nach dem Raub Schulden oder machten grössere Banküberweisungen, andere leisteten sich teure Ferienreisen.

Weitere Delikte begangen

Das Brüderpaar ist neben dem Raub auch noch in weiteren Punkten angeklagt, wobei sie geständig sind. So soll einer von ihnen als Ladendetektiv seine Arbeitgeber bestohlen haben. Dazu kommen unter anderem Hehlerei, Diebstahl, Betrug und Vergehen gegen das Waffengesetz.

Die Staatsanwaltschaft fordert gemäss Anklageschrift für die Beschuldigten Freiheitsstrafen zwischen drei und viereinhalb Jahren. Der Prozess wird mit den Plädoyers der Anwälte fortgesetzt.