Mystisch, unerklärlich, überirdisch: Eis-Scheiben sind wie Kornkreise. Sie treten in Ländern mit kaltem Klima auf und wurden etwa in den USA und in Skandinavien gesichtet. Bis zu 200 Meter kann der Durchmesser einer solchen Scheibe sein.

Kürzlich war es wieder soweit: In Vestaburg im US-Bundesstaat Michigan dokumentierten mehrere Beobachter eine Eis-Scheibe. Mitten in einem Fluss drehte sie sich mit konstanter Geschwindigkeit und war dabei so perfekt rund, dass sie alles andere als naturgemacht aussah.

Keine Ausserirdischen, keine Wirbel

Physiker tappten lange im Dunkel, was die Entstehung dieses seltenen Phänomens anbelangt. Genauer gesagt: Sie rätselten 100 Jahre lang, wie das Portal «Science Alert» schreibt.

Dass dahinter einfach Wirbel stecken, diese Theorie wurde bald widerlegt. Denn die Scheiben drehen immer gleich schnell, egal, wie gross sie sind. Und sie drehen auch in Gewässern ohne Wirbel.

Des Rätsels Lösung

Dann endlich, im März 2016, kam ein Forschungsteam der Universität im belgischen Lüttich dahinter. Des Rätsels Lösung in Kürze: Schmelzendes Wasser ist dichter und damit schwerer als das gefrorene Eis. Wenn Eis also schmilzt, sinkt das schmelzende Wasser unter der Eisschicht ab. Es geht aber nicht geradewegs in die Tiefe, sondern sinkt in Wirbeln nach unten. Und verursacht so die drehenden Eis-Scheiben.

Einmal mehr sind hier also keine Ausserirdischen am Werk, nein, es handelt sich um ein ganz und gar natürliches Phänomen. (smo)