In der Schule der Zukunft wird es intelligente Klassenzimmer geben, welche die Schüler beim Lernen unterstützen werden. Dafür wird das Lernverhalten jedes einzelnen Schülers ausgewertet und individuelle Aufgabenblätter sowie personalisierte Lernpläne erstellt. Jedes Kind soll gemäss seinen eigenen Fähigkeiten und Dispositionen unterrichtet werden.

Bisher ist das erst eine Vision von IBM. Aber eine, die bereits in fünf Jahren Realität sein soll. Jeweils zum Jahresende veröffentlicht das Technologie-Unternehmen eine „Five in Five" genannte liste. Darin werden fünf Zukunftstechnologien beschrieben, die in fünf Jahren die Welt verändern werden. Eine dieser von IBM-Forschern gemachten Prophezeiungen ist das smarte Klassenzimmer.

Für jedes Kind ein individuelles Programm

«Wenn ein Kind nicht lernen kann, was wir ihm lehren, dann sollten wir es wohl so unterrichten, wie es lernt», heisst es in einem von IBM veröffentlichten Video. Alle Kinder mit dem gleichen Stoffe zu versorgen, sei nicht sinnvoll. Für eine Lehrerin, die 30 Kinder unterrichtet, ist es aber auch nicht möglich, jedes Kind individuell zu fördern.

Mit dem smarten Klassenzimmer wird genau das möglich. Im Schulzimmer integrierte Computer lernen die Kinder kennen und stellen personalisierte Lernprogramme zusammen. So soll etwa eine Schülerin, die besser visuell lernt, anders unterrichtet werden als ein Schüler, der Informationen besser schriftlich aufnehmen kann.

Gentests und digitale Wächter

Neben dem smarten Klassenzimmer werden gemäss IBM die folgenden vier Technologien unseren Alltag in fünf verändern:

  • Ärzte werden bei ihrer Behandlung routinemässig auf DNA-Tests zurückgreifen. Analysen des menschlichen Erbguts werden in der nahen Zukunft billiger werden und den Ärzten ermöglichen, ihren Patienten personalisierte Medizin zu verschreiben. Denn nicht alle Medikamente haben bei allen Patienten die gleiche Wirkungen - je nach Gene können diese sehr unterschiedlich sein.
  • Beim Surfen im Web wird uns ein digitaler Wächter begleiten. Er wird unser Verhalten überwachen und eingreifen, wenn er ungewöhnliche Aktivitäten erkennt. In diesem Fall ist die Chance nämlich  gross, dass der jeweilige Nutzer gehackt worden ist. Der digitale Wächter soll neben Passwörtern einen zusätzlichen Schutz gewähren.
  • Die Stadt wird uns helfen, in ihr zu leben. Informationen, die uns in einem bestimmten Moment interessieren, werden direkt auf unser Smartphone gespielt. Ohne dass wir etwa nach dem Fahrplan fragen müssen, taucht dieser auf unserem Handy auf, sobald wir uns einer Haltestelle nähern.
  • Überraschend: Der Offline-Handel wird wieder an Bedeutung gewinnen. Dies wird deshalb der Fall sein, weil Computerprogramme dafür sorgen werden, dass jeder Kunde nach seinen persönlichen Bedürfnissen bedient werden kann.

Kein digitaler Kleiderberater

Ob sich all diese „Weihnachtswünsche" von IBM erfüllen werden, ist jedoch fraglich. Längst nicht alles was die Forscher vor fünf Jahren prophezeit haben, ist Wirklichkeit geworden. Das zeigt ein Blick auf die „Five in Five" aus dem Jahr 2008. Zwar können wir heute – wie damals von IBM vorweggenommen - mit dem Internet über unsere Sprache interagieren und Gentests können heute zur Gesundheitsanalyse genutzt werden. Auf die digitalen Kleiderberater, die uns beim Shoppen in den Umkleidekabinen unterstützen werden, warten wir aber noch immer.