Produktpiraterie
Aktualisiert am 28.10.10, um 17:38
 

Verein «Stop Piracy» vernichtet tausende gefälschter Uhren

Gefälschte Uhren kommen unter die Walze
Quelle: Keystone
Auf dem Flughafen Bern-Belp sind am Donnerstag Tausende gefälschter Uhren mit einer Walze vernichtet worden. Der Verein «Stop Piracy» lancierte mit dieser Aktion seine Kampagne im Kampf gegen die Piraterie.
 

"Wer Fälschungen kauft, unterstützt Kriminelle", sagte Vereinspräsidentin Anastasia Li-Treyer vor den Medien. Untersuchungen zeigten, dass das organisierte Verbrechen im Handel mit Fälschungen mitwirke.

Von Piraterie seien praktisch alle Branchen betroffen, sagte Li-Treyer. Experten hätten sogar gefälschte Zahnbürsten entdeckt. Dem Verein "Stop Piracy" gehören Unternehmen und Amtsstellen an.

Gefährliche Erektionsmittel

Besonders häufig sind Fälschungen bei Lifestyle-Produkten, wie Ruth Mosimann von Swissmedic sagte. Dabei stehen Erektionsförderer an erster Stelle. Betroffen sind auch Schlankheits- und Haarwuchsmittel sowie Muskelaufbaupräparate.

Daneben werden aber auch lebensrettende Medikamente gefälscht, wie Mosimann betonte. Das Problem: Fast die Hälfte aller analysierten Muster weist Mängel auf. Sie enthalten zu wenige, zu viele, falsche oder gar nicht zugelassene Wirkstoffe.

Bereits seit Jahrzehnten führt die Uhrenindustrie einen Kampf gegen die Piraterie. "Fälschungen gefährden das Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze und Innovationen", sagte Yves Bugmann vom Verband der schweizerischen Uhrenindustrie FH.

Wie bei den Medikamenten gelte auch bei den gefälschten Uhren das Internet als wichtiger Absatzkanal. "Es ist jedoch äusserst schwierig, gegen Websites vorzugehen, die Fälschungen anbieten", sagte Bugmann. Daneben "reisen" Fälschungen oft im Gepäck von Passagieren mit.

Bevölkerung sensibilisieren

Der Verein "Stop Piracy" möchte nun mit Plakaten und Werbespots auf das Problem mit Fälschungen aufmerksam machen. Die Aktion in Belp sollte den spektakulären Auftakt bilden. Die Walze zerstörte Uhrenfälschungen, die vom Schweizer Zoll beschlagnahmt worden waren.

Mehrmals fuhr die Baumaschine über die Uhren, von denen am Ende Einzelteile und Scherben übrigblieben. Normalerweise werden spezielle Gross-Schredder dafür gebraucht, wie Werner Nydegger, Geschäftsleiter einer Recycling-Firma, sagte. Die Metalle werden wiederverwendet, die Kunststoff- oder Lederbändel verbrannt.

(sda)
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