Sathima Bea Benjamin war die Frau von Abdullah Ibrahim Dollar Brand und lebte mit ihm und ihrer Familie 40 Jahre im Exil in New York. Erst vor zwei Jahren ist sie in ihre Heimat zurückgekehrt.

Von Ellington in Zürich entdeckt

Neben Kapstadt und New York spielte in ihrem Leben auch Zürich eine entscheidende Rolle. Aus Angst vor der Repression im Apartheidstaat verliess Benjamin mit ihrem Mann ihre Heimat. Sie zogen nach Zürich. Dort traten beide im legendären Club Africana im Niederdorf auf, wo sich zu jener Zeit die Studenten und die intellektuelle Jugend trafen. Als Benjamin erfuhr, dass der grosse Duke Ellington in der Stadt ist, suchte sie ihn auf und überredete ihn, am Abend an ihr Konzert zu kommen. Der «Duke» war von ihr und Dollar Brand so begeistert, dass er mit dem Pianisten vier Tage später das Album «Duke Ellington Presents the Dollar Brand Trio» aufnahm. Es war der Beginn von Dollar Brands Weltkarriere.

(Quelle: youtube)

Ellington war auch um Starthilfe für Benjamins Karriere besorgt. Auf seine Initiative kam es 1963 zu Aufnahmen, auf der er, sein Komponist Billy Strayhorn und Dollar Brand mitwirkten. Das Album wurde aber erst 1996 veröffentlicht. Es hiess damals, die Bänder seien verloren gegangen.

Stattdessen lud Ellington Benjamin 1965 in die USA ein und trat mit ihr auf dem Newport Jazz Festival auf. Ein festes Engagement in seiner Band lehnte sie aber ab, weil das eine Trennung von ihrem Mann bedeutet hätte. Sie lebten in New York, wo Dollar Brand 1968 zum Islam konvertierte und sich Abdullah Ibrahim nannte. Benjamin kümmerte sich um die Familie und um die Karriere ihres Mannes, der zum Weltstar und zum wichtigsten Vertreter der südafrikanischen Musik wurde.

Erst 1976 legte sie gemeinsam mit Ibrahim «African Songbird» ihre erste Veröffentlichung vor und es folgten neun Alben, die ihre geheimnisvolle, ausdrucksstarke Stimme präsentierten. «Dedications» wurde 1982 für einen Grammy nominiert. Ein Grossteil ihrer Alben ist noch erhältlich.

Benjamin kämpfte wie ihr Mann gegen die Apartheid und unterstützte die südafrikanische Befreiungsbewegung und den African National Congress. 2004 verlieh ihr Präsident Thabo Mbeki einen Orden, um ihre Beiträge zum Jazz, aber auch zum Kampf gegen die Apartheid zu würdigen.