Bei den Kantonen und beim Bund klingelt die Kasse: Die Nationalbank schüttet ihnen 1 oder gar 1,5 Milliarden Franken aus, weil sie im vergangenen Jahr einen Gewinn von 24 Milliarden Franken erzielt hat. Mehr als die Hälfte der Kantone hat für 2017 ein Defizit budgetiert, da kommt das Geld wie gerufen.

Es ist ein süsses Gift: Schnell sind die Millionen wieder ausgegeben, und ob sie nächstes Jahr wieder fliessen, ist höchst ungewiss. Wie gewonnen, so zerronnen, kann es dann schnell heissen. Denn die Bilanzsumme der Nationalbank (SNB) hat inzwischen ein so gewaltiges Ausmass angenommen, dass schon kleine Schwankungen der Devisen- und Aktienkurse sowie des Goldpreises das Ergebnis nach oben oder unten sausen lassen.

Ein Beispiel: Verändert sich der Euro-Kurs um einen einzigen Rappen, schlägt das mit 3 Milliarden Franken auf das Ergebnis durch.

Die Devisenreserven der SNB steigen und steigen. Sie übertreffen inzwischen den Wert der gesamten Wirtschaftsleistung der Schweiz in einem Jahr. Diese unheimliche Aufblähung resultiert aus dem Kampf gegen die Frankenaufwertung und hat sich auch fortgesetzt, seit SNB-Chef Thomas Jordan vor zwei Jahren die Aufhebung des Euro-Mindestkurses bekannt gab. Jordan hat mit den Interventionen zwar den Frankenkurs erfolgreich stabilisiert. Aber ewig kann die SNB ihre Bilanz nicht ausweiten. In welche Anlagen kann sie noch investieren, damit die Risiken nicht zu gross werden und noch eine Rendite resultiert? Zunehmend in Obligationen von Unternehmen?

Die SNB steht vor schwierigen Entscheidungen.