Seit dieser Woche liegt auch im Aargau etwas Schnee. Dies sorgt für Winterstimmung und weckt die Lust, die Ski anzuschnallen. Doch die wenigen Zentimeter dürften kaum ausreichen, damit Pisten und Loipen präpariert werden können. In den letzten Jahren war dies immer häufiger der Fall: Der Schnee blieb weitgehend aus, die Hänge waren grün oder braun statt weiss. Für die Betreiber der Skilifte und Langlaufstrecken im Aargau, die meist ehrenamtlich oder hobbymässig tätig sind, ist das ein Frust.

Dass nun der Loipenverein Kalthof-Wiliberg und zuvor schon der Skilift-Betreiber auf dem Horben über Schneekanonen nachdenken, ist nachvollziehbar. Und gerade in dieser Saison haben die Schneesport-Fans im Unterland gute Argumente. In den letzten Wochen war Langlaufen und Skifahren auch in den Bergen fast überall nur auf Kunstschnee möglich. Wenn schon beschneit werden muss, warum denn nicht in der Region? Dann müssten die Schneesportler weniger weit fahren, die Energiebilanz für den Tag auf den Ski würde sich ohne
die Reise in die Berge verbessern.

Dennoch dürften Schneekanonen im Aargau kaum Chancen haben. Grund dafür ist nicht primär die WWF-Kritik am hohen Wasser- und Energieverbrauch, sondern der finanzielle Aufwand. Für eine Genossenschaft, einen Verein oder einen idealistischen Skilift- Betreiber dürften solche Anlagen in den meisten Fällen schlicht zu teuer sein. Dies umso mehr, wenn die Temperaturen tendenziell steigen und die Wintersportsaison im Unterland – auch mit Kunstschnee – noch kürzer wird.