Die Folgen des Einkauftourismus lässt sich an der Grenze zu Deutschland seit Jahren beobachten: Leere Innenstädte, klagende Wirte, volle Grenzübergänge an Samstagen. Schweizer Konsumenten haben auch im letzten Jahr schätzungsweise 10 Milliarden ennet der Grenze ausgegeben. Das ist jeder zehnte Detailhandels-Franken. Herr und Frau Schweizer nutzen den starken Franken für ein Schnäppchen in Weil, Waldshut oder Konstanz. Doch das Geld fehlt hierzulande. Das bekommen vor allem Schuh- und Kleiderhändler stark zu spüren. Ihnen machen auch Zalando & Co. zu schaffen.

Nun macht sich leise Hoffnung breit: Denn es wurde im letzten Jahr im Ausland wenigstens nicht mehr Geld ausgegeben. Das heisst aber nicht, dass der Trend vollends gebrochen wird. Dafür bräuchte es schon einen schwächeren Franken gegenüber dem Euro. Doch danach sieht es derzeit beim besten Willen nicht aus. Denn die Unsicherheiten in Europa bleiben noch in diesem Jahr gross. Da ist an eine Erstarkung der Gemeinschaftswährung kaum zu denken.

Lichtblicke gibt es auch im Schweizer Onlinehandel, wo Schweizer Portale ihre Stellung halten können. Oder bei den Nahrungsmitteln. Dort ist das Vertrauen in die heimische Produktion sicher entscheidend. Statt Grenzzäune noch mehr hochzufahren, wie das die Bauern immer wieder fordern, kann man ruhig den Markt spielen lassen. Qualität setzt sich durch, innovative Unternehmer finden ihre Kunden. Der starke Franken, der auch Ausdruck unserer im Vergleich zum Ausland tiefen Staatsverschuldung ist, wird nicht so schnell verschwinden.