Alle Jahre wieder: Rund um den Jahreswechsel vergeht kein Tag, an dem nicht irgendein «. . . des Jahres» bekannt wird. Gestern erst herausgekommen ist das Unwort des Jahres: «Volksverräter». Zuvor in die Kränze gekommen: der «Mensch des Jahres», das «Tier des Jahres», das «Spielzeug des Jahres», der «Baum des Jahres», die «Gesichtscreme des Jahres», der «Witz des Jahres».

Ohne Witz: Das Kuratorium «Gutes Sehen» in Deutschland kürt jedes Jahr eine prominente Person zum «Brillenträger des Jahres». Oder: Wussten Sie, dass Steinheim im Bundesland Nordrhein-Westfalen einen Bahnhof in der Kategorie «Kleinstadtbahnhof» hat, der 2016 von der «Allianz pro Schiene» zum Bahnhof des Jahres in unserem Nachbarland gewählt wurde?

Sie verstehen nur noch Bahnhof? Verständlich! Und Sie wissen nicht, was Sie anfangen sollen mit all den «. . . des Jahres»? Sie fühlen sich nicht angesprochen, wenn die «NZZ» schreibt, die Präsentation des «Schweizer Wort des Jahres» werde von der Bevölkerung jeweils mit grosser Spannung erwartet? Willkommen im Klub!