Kurz vor Weihnachten läuteten in Bettwiler Haushalten die Telefone Sturm. Eine Elektro-Firma aus dem Grossraum Aarau bot ihre Dienste für ein rundum sicheres Wohnen an. Geworben wurde vor allem für ein Alarmsystem, das unerwünschte Besucher von Grundstück und den eigenen vier Wänden fernhalten soll.
Mit unerwünschten Besuchern waren in erster Linie Asylbewerber gemeint. Denn im Februar 2012 will das Bundesamt für Migration mit dem Segen des Kantons in der ehemaligen Bloodhound-Stellung oberhalb des Dorfes 80 bis 100 Asylbewerber unterbringen; dies für maximal sechs Monate.
Das Ende der «Perle Bettwil»
Viele Einwohner im 560-Seelen-Dorf am Lindenberg stellen sich vehement gegen diesen «Verhältnisblödsinn» und fürchten um ihre Sicherheit.
Roger Burri, der als Präsident des Bürgerkomitees Probettwil an vorderster Front gegen die Asylunterkunft kämpft, spricht offen von einer «Bedrohung Bettwils durch Asylsuchende». Andere Einwohner sehen bereits das Ende der «Perle Bettwil» vor Augen.
Die Gunst der Stunde nutzen
In dieser Angst hat die Elektro-Firma offenbar das grosse Geschäft gewittert. Man müsse die Gunst der Stunde nutzen, sagte ein Mitarbeiter einer Bettwilerin sinngemäss am Telefon, als diese ihn auf den Zusammenhang zwischen Alarmanlage und Asylunterkunft ansprach.
Die Gunst der Stunde haben andererseits auch einige Bettwiler genutzt: Nach Neujahr werden in mehreren Haushalten Alarmanlagen durch die umtriebige Elektro-Firma installiert. Diese war wegen der Festtage für eine Stellungnahme nicht erreichbar.