Die Idee eines Zahlungsmittels, das seinen Wert mit der Zeit verliert, geht auf Silvio Gesell zurück. Der deutsche Geschäftsmann lebte Ende des 19. Jahrhunderts in Argentinien. Die dortige Wirtschaftskrise brachte ihn dazu, sich zu überlegen, wie eine Wirtschaftordnung aussehen könnte, die allen Menschen Wohlstand und Beschäftigung bietet. Die Ursache der Krise entdeckte er schliesslich darin, dass Geld gehortet wird, anstatt im Umlauf zu bleiben. Sein Vorschlag war, dass für gehortetes Geld eine Gebühr zu entrichten sei als Anreiz, das Geld rasch wieder zu investieren. Später stellte er auch noch Überlegungen zum Bodenrecht an. Seine Gedanken fasste Gesell 1916 in seinem Hauptwerk «Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld» zusammen. Im April 1919 beteiligte sich Gesell als Volksbeauftragter für das Finanzwesen an der ersten bayerischen Räterepublik.

Ähnliche Ziele verfolgte Bürgermeister Unterguggenberger aus dem österreichischen Wörgl in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Um gegen Arbeitslosigkeit und Armut vorzugehen, beschloss er, Gutscheine auszugeben für gemeinnützige Arbeiten. Mit den Gutscheinen konnten die Menschen unter anderem ihre Steuren bezahlen. Die Gutscheine hatten ein Verfalldatum und mussten deshalb rasch eingelöst werden. Dank diesem System konnten ein Kindergarten sowie Strassen gebaut werden. Leider wurde das Projekt nach etwas mehr als einem Jahr von der Zentralbank verboten.

Ausser TALENT orientiert sich auch die schweizerische KMU-Parallelwährung «WIR» an den Prinzipien Silvio Gesells. Auch das WIR-Geld entstand während der Wirtschaftskrise der dreissiger Jahre. Daneben gibt es in der Schweiz noch andere Parallelwährungen. Die Cumulus-Punkte der Migros sowie die Reka-Checks gehören ebenso dazu wie die Gutschriften verschiedener lokaler Tauschkreise.