Mit Händels Feuerwerksmusik als Ouvertüre begann Ueli Ganz (www.musikgeschichten.ch) seine bereits 25. musikgeschichtlichen Episoden für den Kulturkreis Birmenstorf und einen wachsenden regionalen Interessentenkreis. Treffender kann man ja eigentlich ein Jubiläum nicht einläuten, obwohl dies nicht der Zweck dieser musikalischen Reise durch das feurige Element war. Vielmehr ging es darum, den Einfluss dieses in der Symbolik immer vom Himmel kommendes Elementes auf neun ganz verschiedene Komponisten aufzuzeigen. Dazu gehörten Ausschnitte aus Joseph Haydns Feuersymphonie (A-Dur Nr. 59), Belmontes Arie zum Feuer der Liebe in Mozarts Entführung aus dem Serail und Beethovens Geschöpfe des Prometheus, der ja den Göttern das Feuer gestohlen haben soll, um es den Menschen zu bringen. Doch nicht nur diese Komponisten des Barocks und der Klassik, sondern auch ihre romantischen und neuzeitlichen Nachfolger gingen oft mit buchstäblichem Feuereifer zur Sache. Genannt seien hier Mendelssohns Walpurgisnacht, Wagners Feuerzauber aus der Walküre (Ring der Nibelungen), aber auch Mahlers dunkle Flammen der Kindertotenlieder. Der Auftritt des Feuervogels von Igor Strawinsky, De Fallas Feuertanz aus Liebeszauber, Debussys Feux d’Artifice Nr. 12 aus den Préludes Band II und zu guter Letzt nochmals Strawinskis Version des Feuerwerks - all dies vermochte auch die Herzen der zahlreichen Zuhörenden zu entflammen. Dazwischen verstand es der ebenso fundierte Kenner der zeitgenössischen Kunst, mit treffenden Gedichten und ausgewählten Bildern das Thema wirkungsvoll zu umrahmen. Abgerundet wurde der Abend wieder mit einem kulinarischen Schlusspunkt, der dem Thema entsprechend aus funkelndem Wein und feurigen Zutaten bestand - was in diesem „ewigen Winter“ besonders geschätzt wurde.

Ernst Bannwart

Kulturkreis Birmenstorf