Mit ihrem Programm „Klogeschichten und andere Liebeslieder“ traf die Sängerin Brigitte Marolf im Gasthof Bären Birmenstorf am vergangenen Dienstag auf ein volles Haus. Der Kulturkreis hatte offensichtlich grosse Erwartungen geweckt, damit aber auch nicht zu hoch gegeriffen. Ihre witzigen und tiefgründigen Geschichten aus dem Leben hat Brigitte Marolf nicht nur selber geschrieben und komponiert, sondern offensichtlich auch persönlich erlebt. Darüber zu singen, braucht neben allen textlichen und gesanglichen Qualitäten auch eine gute Portion Selbstironie. Scheint sie nach aussen die Ruhe selbst zu sein, outet sie sich zugleich als „Zügelfreak“ - weil sie fast mehr Adressen als Jahre hinter sich hat. Und dass dann natürlich Liebesbrief und andere Rechnungen oft zu spät ankommen, gibt ebenso verschmitzte Geschichten her wie zum Beispiel die Oberflächlichkeit des täglichen Small-Talks auf Facebook und so vieles andere mehr. Brigitte Marolf tritt dabei musikalisch präzis, melodisch variantenreich, melancholisch und lyrisch, manchmal aber auch messerscharf und kokett auf - eine Mischung, die eine musikalische Begegnung eben zum unvergesslichen Erlebnis machen.

Ernst Bannwart