Ansgar Gmür, Direktor des Hauseigentümerverbandes Schweiz, referierte am letzten Business-Lunch der VCU Aargau / Solothurn über sein Leben, sein Werdegang und sein Bezug zum Glauben. Wie gelang dem siebten Kind einer Bergbauernfamilie aus Amden SG den beruflichen Aufstieg? Gmür unterhielt die Besucher im Restaurant Mürset, Aarau, mit seiner erstaunlichen Geschichte und seinem einzigartigen Humor bestens.

«Das Leben auf dem Bergbauernhof war sehr hart und entbehrungsreich», erzählte Gmür über seine Kindheit auf dem Hof, welcher dazumal noch nicht einmal von einer Strasse erschlossen war. Die Erziehung unter seinem katholisch-konservativen Vater war äusserst streng. Nachdem seine Mutter früh verstarb, war er froh, in Basel eine Lehre als Chemielaborant machen zu können. Anschliessend holte er die Matura auf dem zweiten Bildungsweg nach und studierte Ökonomie an der Universität Zürich. Als Werkstudent arbeitete er als Taxifahrer in Zürich, Nachtportier, Kassierer, Putzmann, Lehrer und Ausbildner.

Werdegang und Ämter

Nach seinem Studium war Gmür zuerst als Controller bei der Firma Roche, später als Vizedirektor beim Verband der Arbeitgeber der Textilindustrie und Direktor des Verbandes der Schweizerischen Zellstoff-, Papier- und Kartonindustrie tätig. Parallel dazu war er im Nebenamt als Arbeitsrichter während 14 Jahren am Bezirksgericht Zürich tätig. Seit 2000 ist er Direktor des Hauseigentümerverbandes Schweiz, der über 330'000 Mitglieder zählt. Zudem ist er Chefredaktor der Zeitung «Der Hauseigentümer» mit einer Leserschaft von fast 600'000 Personen. «Meine Frau und meine drei Töchter halten mich am Boden», erzählte Gmür lachend über seinen beruflichen Erfolg. Er beteuerte zudem, dass seine Familie neben allen seinen Tätigkeiten immer noch das Wichtigste für ihn sei. Seinen Witz und seinen Charme hat Ansgar Gmür bei seinem Werdegang sicher immer wieder geholfen. Als Hobby tritt er als Bauchredner auf und hat eine nebenberufliche Solistenausbildung als Tenor am Konservatorium in Zürich absolviert. Eine Sammlung an eindrücklichen und lustigen Geschichten hat Gmür in seinem Buch «Best of Ansgar» veröffentlicht.

Immobilienbranche

«Die Immobilienbranche hat sich in den letzten Jahren rasant verändert», meinte Gmür. Die neusten Berichte beurteilten die Branche sehr negativ, wobei die Auswirkungen für den Direktor des Hauseigentümerverbandes direkt spürbar sind. Laut Gmür hätten sich vor fünf Jahren die Interessenten noch regelrecht um Immobilien gerissen, heute hingegen ständen viele leer, da es keine Käufer gibt. Die aktuell 61'000 leeren Mietwohnungen verursachen hohe Kosten mit steigender Tendenz. Gleichzeitig existiert mit der Zuwanderung und dem neuzeitlichen Bedürfnis nach mehr Wohnraum eine grosse Nachfrage für günstige Immobilien an guter Lage. Gmürs Credo dazu lautet: «Es hilft nichts, schwarz zu sehen, jedoch sollte man beim Bewerten und Kaufen von Immobilien gut aufpassen. »

Den Glauben wiedergefunden

Nach seiner streng katholischen Erziehung verlor Ansgar Gmür eine Zeit lang seine Beziehung zum Glauben. Durch einen Freund fand er jedoch seinen Weg zu Gott und zur Bibel wieder. Er hat sich bewusst entschlossen, Christus in sein Herz aufzunehmen: «Ich lese jeden Tag in der Bibel und bete täglich. Dies hat mir das Leben nicht einfacher gemacht, aber ich habe nun Hoffnung und Gottvertrauen.» Gmür betonte, dass man Gott gegenüber jeden Tag dankbar sein und sich vor Augen führen soll, wie gnädig er ist. Sein Interesse für die Bibel führte dazu, dass er – neben seinen beruflichen Aktivitäten – nun Theologie studiert. Gmür hat sein Fundament gefunden, das er als «sicheren Fels» beschreibt und aus dem er Hoffnung schöpfen kann.

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Respekt, Fairness, Verantwortung

Mit Anlässen zu aktuellen Themen fördert die Vereinigung christlicher Unternehmer VCU den Erfahrungs- und Meinungsaustausch unter den Mitgliedern sowie mit Fachleuten und interessierten Gästen. Hauptfokus ist laut VCU-Präsident Louis Dreyer dabei das «Wirtschaften mit Werten». Ziel der Vereinigung ist es, ihren Mitgliedern unternehmerische, gesellschaftliche und ethische Impulse zu vermitteln und ihre Verantwortung im Umgang mit Gesellschaft und der Welt wahrzunehmen. Dies ganz nach dem Motto: «Respekt – Fairness – Verantwortung».