Niederbipp
Aktualisiert am 27.10.11, um 10:58 von Andrea Marthaler
 

Tanzwütige lassen sich von der Tarantel beissen

Stillsitzen ist an der «Notte della Taranta» unmöglich, die rassigen Rhythmen reissen jeden mit. zvg
Quelle: az Solothurner Zeitung
Im Räberhus in Niederbipp werden die Temperaturen trotz des kalten Herbstes am Samstag rasant ansteigen. Denn mit der «Notte della Taranta» kommt das Temperament des südlichen Italiens in die Region. von Andrea Marthaler
 

Dieser Tanzanlass mit folkloristischem Ursprung wurde erst vor wenigen Jahren im Süden von Italien wiederentdeckt und wurde rasch zum Kult. In der Schweiz fand der Anlass erst vereinzelt statt, in der Region wird es überhaupt das erste Mal sein.

Doch was ist die «Notte della Taranta»? Ein Beschrieb ist schwer zu geben. Der Legende nach wurden Frauen von der Tarantel gebissen und vergiftet. Um sich zu heilen, tanzten die Frauen die ganze Nacht und bewegten sich begleitet von atemberaubenden Rhythmen. Daraus ist die Nacht der Tarantel entstanden. «Die Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich in Halbtrance», versucht Roberto De Luca, Vorsitzender der Partnergemeindekommission, den Tanz in Worte zu fassen. «Es ist unglaublich, wie sie sich bewegen und verrenken.» In Italien locke die Veranstaltung die Massen auf die Plätze. «Es geht ab von der ersten Sekunde an.»

Musiker aus der Partnergemeinde

Begleitet werden die Tänzer von traditioneller Musik. Für den Abend in Niederbipp reist extra die Gruppe «Gli Arcuevi» aus Matino an, jener Ortschaft, deren Partnergemeinde Niederbipp ist. «In ihrer Heimat ist diese Gruppe berühmt», sagt Giuseppe Scolozzi, Verantwortlicher des Vereins Circolo Emigranti Niederbipp. Sie spielen die traditionellen Instrumente Geige, Flöte sowie Tamburin, wobei die folkloristischen Klänge nahe an Rockmusik heran komme. Auch Gesang darf nicht fehlen.

Getanzt wird dazu traditionsgemäss der «Pizzica», ein Tanzstil, der ebenfalls wieder entdeckt und bereits von ersten Tanzschulen in ihr Repertoire aufgenommen wurde. Doch eigentlich könne sich an der «Notte della Taranta» jede und jeder so bewegen, wie er wolle, das sei selbst im Ursprungsland Italien nicht anders, sagt Scolozzi. «Würde man sich die Ohren zuhalten und nur die Leute sehen, hätte man das Gefühl man sei in einer Disco», beschreibt De Luca. Andererseits seien die Grundschritte des Pizzicas derart einfach, dass wie bei «Macarena» spontane Gruppenchoreografien entstünden. Eine weitere Besonderheit ist, dass das Publikum aufgefordert wird, Tamburins mitzubringen, und die Leute selber mitspielen sollen.

Ein Fest für die ganze Familie

Halbtrance, ausgelassener Tanz? – Da fliesst wohl gehörig Alkohol. «Überhaupt nicht», widerspricht Del Luca: «Saufpartys kennen wir Italiener nicht.» Der Abend sei ein typisches Familienfest, für jedes Alter. Kulinarisch werden verschiedene Spezialitäten geboten. Natürlich werde auch Alkohol ausgeschenkt, zum Beispiel Wein aus Matino, allerdings in Massen. Unter den Gästen werde es viele Italiener haben, sagt Scolozzi. Diese würden aus der ganzen Schweiz zu diesem speziellen Anlass kommen. Zudem reist für dieses Wochenende eine Gruppe ehemaliger Migranten an, die in Niederbipp gewohnt haben und zurück nach Italien gingen. Doch auch Schweizer sind willkommen. «Denn schliesslich geht es uns vor allem darum, unsere Kultur zu vermitteln», betont Scolozzi, «darauf sind wir stolz.» Wer tanzen will, könne Tanzen, wer es lieber gemütlich möge, könne auch einfach zuhören und zuschauen.

Notte della Taranta Samstag, 29. Oktober, Räberhus Niederbipp, Tickets an der Abendkasse 20.- Erwachsene /10.- Kinder, Türöffnung ab 18.30 Uhr, Konzert ab 20 Uhr

(az Langenthaler Tagblatt)
Dummheit

Aus Blödsinn: Eltern stecken Baby in die Waschmaschine Aktualisiert am 22.05.12, um 16:24

Spanien

Mourinho verlängert bei Real Madrid bis 2014 Aktualisiert am 22.05.12, um 15:46

Verkehr

Aargauer verursachen unter Drogeneinfluss besonders häufig Verkehrsunfälle Aktualisiert am 22.05.12, um 17:34 von Claudia Meier

Tagesfrage 23.05.2012

Schauen Sie sich am Samstag das ESC-Finale an? Aktualisiert am 23.05.12, um 00:15 von hha

Atomenergie

Kommt der Atom-Super-GAU 2022? Aktualisiert am 22.05.12, um 19:46

Leser-Empfehlungen auf Facebook
az-Leser empfehlen: