QScheu blickt das Vari-Männchen aus dem kreisförmigen Loch, das seiner Behausung als Eingang dient. Herauskommen will Ifat, der 16-jährige Primat, aber nicht. Sein jüngerer Mitbewohner Protos traut sich kurz an die frische Luft. Schnell springt er auf den Zoowärter zu, der dem 12-jährigen Männchen Futter anbietet. Sobald das Essen verputzt ist, verkriecht sich der Gürtelvari wieder in den Iglubau. Dieser dient den beiden Lemuren als Heim auf der neu-erbauten Inselanlage, die von Wassergräben umgeben ist.

So schüchtern sind die zwei Gürtelvaris jedoch nicht immer. Vergangenen Freitag durften sie das erste Mal den Aussenbereich ihres Zuhauses erkunden. Dabei waren sie sehr verspielt: «Sie brüllten laut und wild, es war eine Mischung aus Bellen, Schreien und Quietschen — und das in allen Variationen», erzählt Zootierärztin Fabia Wyss.

Hoffnung auf Vari-Nachwuchs

Die beiden Varis stammen aus den Niederlanden und sind die ersten ihrer Art im Basler Zolli. Angeschafft wurden sie im Rahmen der Erneuerung der Elefantenanlage, anstelle von Kattas. «Wir haben uns für die schwarz-weissen Gürtelvaris entschieden, da diese vom Aussterben bedroht sind. Wir wollen so zu ihrer Erhaltung beitragen», sagt Wyss. Der Zolli engagiert sich in einem Erhaltungszuchtprogramm, das die Population der Gürtelvari wieder steigern soll.

In freier Wildbahn sind Gürtelvaris auf grosse, intakte Waldstücke angewiesen. Im Norden Madagaskars, dem natürlichen Lebensraum der Varis, gibt es diese jedoch immer weniger. Die Primaten bleiben somit oft auf kleinen Flächen beieinander, was vermehrt auch zu Gen-schwächender Inzucht führt.

Dies kann im Zoo umgangen werden. So plant auch der Zolli, dereinst die Anlage um ein Weibchen mit fremden Genen zu bereichern. Denn natürlich hofft man auf Nachwuchs bei den seltenen Primaten.

Einzigartige Qualle im Zolli

Kein Problem ist die Fortpflanzung für die Wurzelmundqualle, die erstmals im Zolli zu sehen ist. Einzigartig unter allen Quallen hat die Wurzelmundqualle eine Art innere Befruchtung entwickelt. Anders als bei allen anderen Quallenarten gibt die Mutter die Eier nicht ins freie Wasser ab, sondern behält sie im Magenraum, wo sie befruchtet werden. Die Eier entwickeln sich so geborgen im Inneren der Qualle und sind geschützt vor natürlichen Gefahren. Erst nach Tagen entlässt die Mutter die bereits fertigen Polypen aus ihrem Magen, die zum Meeresgrund absinken und dort weiterwachsen, bis sie schliesslich schlüpfen.

Einzigartig an der Wurzelmundqualle ist auch ihr Aussehen. Ihre bläulich schimmernde Oberfläche ist mit leuchtend weissen Punkten versehen und sie verfügt über breite, wurzelförmige Nesseln. Für Menschen ist die Qualle jedoch ungefährlich, denn sie verfügt nur über sehr schwaches Gift.