Kostüme, bunte Räppli und fröhliche Piccoloklänge: Daran werden sich demnächst wieder viele Fasnachtsfreunde erfreuen. Besonders für Kinder sind die drei Tage ein Anlass der Superlative. Das hat auch die 33-jährige Sarah Martin festgestellt, als Sohn Iouri das ganze Jahr über auf seiner Trommel spielte. «Also wollte ich ihm ein fasnachtliches Kinderbuch schenken», erzählt die Marketingfachfrau, «erstaunt musste ich feststellen, dass es gar nicht viele gibt.»

Basel steht im Zentrum

Also entschloss sich Martin dazu, selbst ein Kinderbuch zu verfassen. Für die visuelle Umsetzung fragte sie ihre Arbeitskollegin Jacqueline Mertz an. «Wir haben viel Zeit investiert», sagt Grafikerin Mertz, «das Ganze hat mehr als ein Jahr gedauert.» Die Zusammenarbeit habe funktioniert. «Die Arbeitsbereiche waren klar aufgeteilt: Jacqueline war für die visuelle Umsetzung zuständig und ich für die Texte und die Vermarktung des Buches», erklärt Martin.

Dass sich der Aufwand gelohnt hat, zeigt ein Blick in das fertige Kinderbuch «Dr gläi Waggis suecht si Drummle». Die Illustrationen hat Mertz mit Stempeln und Papiercollagen angefertigt. Sie paaren sich mit einer Geschichte, die mehr ist als eine blosse Fasnachtserzählung. «Wir wollten bewusst ein Buch kreieren, das die Stadt Basel ins Zentrum stellt.» So lernt der kleine Waggis auf der Suche nach seiner Trommel viele neue Orte kennen, unter anderem das Münster oder das Museum Tinguely. Die Kinder erfahren so auf spielerische Art Details über die verschiedenen Stationen. Ein anschliessender Spaziergang durch die Stadt lässt die jungen Leser ihre Umgebung auf eine neue Art entdecken. Auch Martin erzählt: «Als ich mit meinem Sohn in Basel unterwegs war, hat er immer wieder gefragt: ‹Gäll, do isch dr gläi Waggis au gsi?›»

Bewusst gegen Verlag entschieden

Der Bezug zur Region wird auch anderweitig sichtbar. So sind die kurzen Texte in modernem Baseldeutsch verfasst. Produziert wurden die einzelnen Exemplare in einer lokalen Druckerei und Buchbinderei. Finanziert wird das Buch privat und bis jetzt mithilfe einer Stiftung. Die Autorinnen haben sich bewusst gegen die Zusammenarbeit mit einem Verlag entschieden, um zu vermeiden, dass sie sich an dessen Wünsche anpassen müssen. Zwar feiern sie bald die Vernissage, «doch die eigentliche Arbeit der Vermarktung fängt erst jetzt an», sagt Martin.

Wettbewerb an der Fasnacht

Für die Basler Fasnacht planen die Autorinnen einen Wettbewerb: Wer unterwegs den «gläinen Waggis» antrifft und ein Foto von ihm oder von sich selbst als kleinem Waggis einschickt, nimmt an der Verlosung von drei Kinderbüchern teil.

Buchvernissage Sonntag, von 14 bis 18 Uhr im Kulturraum Gundeli, Güterstrasse 271. Es gibt Kuchen, Cüpli und für die jüngeren Besucher eine Spielecke und Sirup-Bar. Infos: www.glaiwaggis.ch.