Wenn es um schöne Dinge geht wie smarte Uhren, glänzenden Schmuck und hübsche Taschen, berichtet Fossil gerne darüber. Dann gibt es glamouröse Events und Präsentationen, beispielsweise an der Baselworld. Über den Erfolg der texanischen Mode-Gruppe durfte man sich auch in Basel freuen; vor knapp einem Jahr eröffnete Fossil den neuen Europa-Hauptsitz gleich hinter dem Musical Theater im Kleinbasel. So weit, so gut.

Umsatz- und Gewinneinbruch

Schwieriger wird die Kommunikation, wenn es mal nicht mehr so glatt läuft. Das vergangene Jahr verlief für den weltweit tätigen Konzern harzig, besonders in den USA und in Europa. Die Gruppe weist einen Nettoumsatz von drei Milliarden Dollar (währungsbereinigt minus vier Prozent) und einen operativen Gewinn von 78,9 Millionen (Vorjahr: 220,6 Millionen) aus, wie die Fossil Group diese Woche mitteilte.

Bereits wurden Stellen abgebaut, auch in Basel, wie die bz weiss. Zahlen wollte der Konzern auch auf mehrmaliges Nachfragen nicht nennen. «Im Januar 2017 wurde die Unternehmensausrichtung angepasst, um den Markt-Herausforderungen gerecht zu werden», lässt die Medienstelle ausrichten. Dies erlaube es, «agiler zu werden und schneller auf Veränderungen reagieren zu können.» Momentan gibt es am Europasitz in Basel 250 Vollzeitstellen.

Einen Erfolg können immerhin die «Smart Watches» mit Internetfunktionen oder Bluetooth-Verbindungen verbuchen, sowie die sogenannten «Wearables». Das sind beispielsweise Armbänder mit Schritt- und Herzfrequenzmessern.

Doch gerade diese neuen Produkte werden oft über das Internet gekauft. Das wandelnde Konsumentenverhalten hin zu vermehrten Einkäufen im Fossil-Web-Shop hat sich im vierten Quartal 2016 denn auch akzentuiert. «Verkäufe über den Online-Kanal sind um knappe 40 Prozent angestiegen. Absätze über den traditionellen Retail-Kanal hingegen sind um sechs Prozent geschrumpft», heisst es. Bereits wurden in den USA Läden geschlossen.

Im vierten Quartal ist das Wachstum in Europa wieder zurückgekehrt (+1%). Ob sich damit bereits eine Trendwende abzeichne, sei offen, hiess es in der Medienmitteilung vom Dienstag.

Aussichten verhalten

Die Aussichten sind effektiv wenig rosig: Für die ersten drei Monate des Laufenden Jahres sieht der Konzern bereits wieder einen Umsatzrückgang von acht bis 11,5 Prozent voraus. Die Prognosebandbreite für das ganze Jahr reicht von einen Rückgang von 4,5 Prozent bis zu einem Zuwachs von zwei Prozent.

Diese eher verhaltenen Aussichten dürften wohl auch der Grund gewesen sein, dass die Aktie am Dienstag um 15 Prozent einbrach. Seit Mitte Dezember hatte das Papier über 40 Prozent verloren. Bereits im August 2016 wurde bekannt, dass Fossil in ihren Uhrenfabriken in Antima 30 und in Manno und Glovelier acht Stellen abbaut.