Nebst den Neuheiten von heute sind es am Salon vor allem auch die Ideen für die Neuen von morgen und Übermorgen, die die Besucher ins Staunen versetzen. Wer möchte schon nicht gerne mal in die Glaskugel schauen und sehen, was die Zukunft bringt.

Bei Renault steht derzeit sowohl in der Zukunft als auch in der Gegenwart der Spass im Vordergrund: Einerseits haben die Franzosen die legendäre Sportwagenmarke Alpine wiederbelebt, andererseits zeigen sie mit dem Zoe E-Sport-Concept, dass auch Elektroautos in Zukunft für viel Fahrspass sorgen können.

Die Neuauflage der Alpine A110 kommt traditionsgemäss mit Leichtbaukonzept. Dank 96% Aluminiumanteil wiegt der kleine Franzose nur gerade 1080 kg; der 2-Liter-Vierzylinder sorgt für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,5 Sekunden und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die ersten Autos dürften noch 2017 auf die Strasse rollen; der Preis steht noch nicht fest.

Noch viel weiter weg liegt der Renault Zoe E-Sport-Concept, der in dieser Form vermutlich nie gebaut werden wird. Eine nette Spielerei und eine eindrückliche Demonstration des Machbaren ist der kleine Franzose aber allemal. Mit 462 PS aus zwei Elektromotoren hat es der blaue Kompaktsportler faustdick hinter den Ohren und könnte manchen Benziner alt aussehen lassen. Von 0 auf 100 km/h geht es im 1400 kg schweren Stromer in 3,2 Sekunden. Die Batterie hat, wie beim Serien-Zoe, eine Kapazität von 40 kW/h. Sie dürfte sich allerdings schnell entladen, wenn der kleine Allradler in unter 10 Sekunden auf Seine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h sprintet. Aber: Solch ein Stromer kann definitiv Spass machen!

Eleganz heute und morgen

Beim VW-Konzern ist Eleganz angesagt; heute wie auch morgen. Als Ausblick auf die Zukunft des Continental GTC zeigt Bentley in Genf den EXP 12 Speed 6e. Das zweiplätzige Cabrio wirkt deutlich filigraner als der seit 2003 verkaufte Continental, ohne die eines Bentley würdige Präsenz zu verlieren; gut möglich allerdings, dass die allfällige Serienversion wie der Vorgänger wieder als 2+2-Plätzer gebaut wird. Hoffentlich, ohne die elegante Linie zu verlieren. Weit interessanter als das Design ist allerdings der Name der Studie; das «e» am Schluss steht für den elektrischen Antrieb. Ein völliges Novum für die britische Edelmarke. Details zum Antrieb gibt es noch keine; nur so viel wollen die Briten verraten: Unmittelbares Ansprechverhalten und hohe Reichweite muss ein elektrischer Bentley bieten. Zudem soll sich die Batterie dereinst auch kabellos laden lassen. Einen ersten Anfang in Richtung E-Mobilität bei Bentley macht ab 2018 der Bentayga als Plug-in-Hybrid. Wie viel von der Studie in die Serie kommt, bleibt abzuwarten.

Die Versprechen der Studie von 2015 hat auf jeden Fall VW mit dem Arteon, der noch diesen Sommer auf die Strasse rollen wird. Der Arteon basiert auf dem VW-Baukasten MQB und kommt mit Vierzylinder-Benzinern und Diesel mit bis zu 280 bzw. 240 PS und kostet ab 43 750 Franken.

Heute und morgen mit Hybrid

Die nahe Zukunft wird, so stehen die Zeichen in Genf, dem Plug-in-Hybrid-Antrieb gehören. Nur so lassen sich die ehrgeizigen Verbrauchsziele mit dem Wunsch der Kunden nach Reichweite, Flexibilität und hoher Leistung verbinden. So ist beim neuen Volvo XC60 die stärkste Variante mit Benzin-elektrischem Antrieb ausgestattet.

Die stärkste Variante des Schweden-SUV bringt es damit auf 407 PS. So geht es in 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Weiter stehen zum Preis ab 54000 Franken zwei Diesel und zwei Benziner zur Wahl. Selbstverständlich ist auch der XC60 mit sämtlichen Sicherheitssystemen ausgestattet und kann neu auch durch aktive Lenkeingriffe Kollisionen vermeiden. Der Plug-in-Hybrid ist aber nicht nur bei Volvo vertreten. Mercedes hat zwar schon entsprechende Modelle im Verkauf, will dieses Angebot aber stark ausbauen und vor allem emotionaler machen. Das unterstreicht der Stern mit dem Concept AMG GT, das pünktlich zum 50. Geburtstag der sportlichen Tochter präsentiert wird. Die viertürige Sportlimousine könnte dereinst auf Porsche Panamera und Audi RS7 zielen und der Konkurrenz gehörig einheizen. Unter dem Namen «EQ Power+» will AMG künftig besonders Performance-orientierte Hybridantriebe anbieten. Bis zu 815 PS soll die Kombination aus V8-Benziner und Batteriepower an alle vier Räder schicken können. Damit will die Limousine in unter 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h spurten. Trotzdem soll rein elektrisches Fahren möglich sein und der Verbrauch damit äusserst tief bleiben. Auf satten V8-Klang muss man aber dennoch nicht verzichten, wenn einem der Sinn danach steht.

Noch bis zum 19. März können die Träume aus Gegenwart und Zukunft am Genfer Automobil-Salon bestaunt werden. Die Hälfte davon werden wir noch dieses Jahr auch auf der Strasse sehen. Was aus der anderen Hälfte wird, ist noch ungewiss. Doch die Aussicht auf die Zukunft ist vielversprechend.